Chinchilla als Haustier?

Chinchilla_haustier

Eine Chinchilla ist eine kleine, kuschelige und niedliche Fellkugel aus Südamerika, welche wegen des kuscheligen Fells, ihrer Spielfreude und ihren großen braunen Augen sehr beliebte Haustiere sind. Doch bevor du dir eine Chinchilla als Haustier zulegst, solltest du dich vorab informieren, ob sich diese kleinen Nagetiere als Haustiere eignen und was du bei einer artgerechten Haltung beachten solltest. Und genau darüber handelt dieser Artikel. Legen wir also los!

Anzeige

Eine Chinchilla (auch als Wollmaus bezeichnet) ist ein kleines Nagetier aus Südamerika, welches in der Natur in felsigen und trockenen Gebieten in den Bergen vorkommt. Diese niedlichen und kuscheligen Chinchillas haben eine Lebenserwartung von etwa 15 bis 25 Jahren. Sie kommen auf ein Gewicht von 300 Gramm bis zu 800 Gramm, wobei die Weibchen meistens etwas größer als die Männchen sind. Eine Chinchilla wird in der Regel 25 cm bis 35 cm groß.

Chinchilla Geschichte und Herkunft

Die Geschichte der Chinchillas ist sehr vage. Um 1525 reisten die Spanier nach Südamerika und stießen dort auf einen Indianerstamm namens „Chinchas“, welcher den Spaniern die kleinen pelzigen Nagetiere vorstellte.

Die Chinchas trugen das Fell der kleinen Nager und hielten diese gleichzeitig als Haustiere. Und so benannten die Spanier schließlich die kleinen Tiere nach dem Indianerstamm als „Chinchillas“. Sie nahmen Pelze mit nach Europa und leider ist die weitere Geschichte der Chinchilla auch mit dem Pelzhandel verbunden.

Anzeige

So wurden die kleinen und armen Tiere aufgrund des Fells gejagt und waren um die Jahrhundertwende praktisch ausgerottet und vom Aussterben bedroht.

Zum Glück wurde die Jagd und der Pelzhandel dann in den betroffenen Ländern verboten und man begann mit einer kontrollierten Zucht der Chinchillas. Als reine Haustiere werden die niedlichen Wollmäuse erst seit ca. 30 Jahren gehalten

Anzeige

Beschreibung und Charakter

Chinchillas sind mittelgroße Nagetiere und gehören zu der Familie der Nager. Heute gibt es zwei lebende Arten: die Kurzschwanz-Chinchilla und die Langschwanz-Chinchilla. Beide haben ein dickes, weiches Fell (bis zu 60 Haare pro Follikel), welches ursprünglich eine blau-graue Farbe hatte.

Heute jedoch werden Chinchillas in verschiedenen Farbtönen gezüchtet. Von Schwarz über Grau, Beige bis hin zu Weiß. Die Unterseite ist immer hell grau bis weiß.

Ihr dickes Fell hält sie nicht nur warm, sondern schützt sie auch vor Flöhen und Läusen. Chinchillas haben einen runden Körper, große mausähnliche Ohren, kurze Beine und einen langen und buschigen Schwanz.

Anzeige

Hauptmerkmale der Chinchillas sind ihre großen und länglichen Ohren, die schwarzen Knopfaugen, der lange und buschige Schwanz sowie die deutlich längeren und muskulösen Hinterbeine. Diese machen sie übrigens auch zu sehr guten Springern.

Sie sind aktive, sehr soziale und verspielte Tiere und werden schon von klein auf zahm. Erwarte aber nicht, dass sie sich wie Hunde oder Katzen verhalten und sich gerne auf der Hand halten oder kuscheln lassen.

Anzeige

Chinchillas sind größtenteils nachtaktiv, was bedeutet, dass sie nachts am aktivsten sind. Manchmal werden sie auch als dämmerungsaktiv bezeichnet.

Dies bedeutet, dass sie in der Morgen- und Abenddämmerung ihren aktiven Höhepunkt erreichen. Während des Tages sollten sie an einem ziemlich ruhigen Platz gehalten werden. 

Chinchilla Haltung

Chinchillas waren schon früher und sind auch heute noch sehr bekannt für ihr unglaublich weiches, dickes und luxuriöses Fell. In der freien Natur hat es eine schützende Funktion, doch in der Gefangenschaft als Haustiere macht das Fell sie etwas anfällig für Überhitzungen.

Anzeige

Dies solltest du bei der Platzwahl für das Zuhause deiner Chinchillas berücksichtigen. Ein kühler und ruhiger Ort ist der beste Platz für einen Käfig. Im Sommer sollte die Umgebungstemperatur überwacht werden und nicht mehr als 25 C° betragen.

Da Chinchillas sehr verspielte und aktive Tiere sind, benötigen sie unbedingt genügend Platz zum leben. Je größer der Käfig, desto besser. Die minimale Grundfläche sollte 1 Quadratmeter pro Tier betragen.

Anzeige

Als soziale Tiere sollten sie niemals alleine gehalten werden. In der Natur leben Chinchillas in großen Gruppen und sollten daher auch als Haustiere zumindest als ein kleines Rudel (mindestens 3 Tiere) gehalten werden.

Es werden oft mehrstöckige Käfige mit Regalen und Leitern empfohlen. Doch auch wenn diese Nagetiere in der Natur Bergbewohner sind und auch in Höhlen leben, so sind es immer noch keine Affen, die wild herumklettern. Daher sollte auf hohe Käfige eher verzichtet werden.

Auch Gegenstände aus Kunststoff solltest du vermeide, da Chinchillas generell gerne an allen möglichen Dingen knabbern. Chinchillas, die aus trockenen Gebieten stammen, brauchen regelmäßig ein Sandbad.

Anzeige
Chinchilla_haustier_sandbad

Denke daran, dass sie regelmäßig ein Bad im Sand brauchen, um das weiche und dicke Fell zu pflegen. Chinchillas sollten niemals in Wasser gebadet werden. Ein Sandbad hält nicht nur das Fell der Chinchillas sauber, sondern sie scheinen es auch wirklich zu genießen, im Sand zu banden.

Chinchillas knabbern, rennen, springen spielen und verstecken sich gerne. Was bedeutet, dass du eine Vielzahl von Spielzeugen für deine Chinchillas benötigst, um sie zu beschäftigen und aktiv zu halten.

Anzeige

Dinge zum Kauen, wie Holzblöcke und Äste, welche frei von Pestiziden sind, eignen sich gut als Kauspielzeug. Beachte auch bei den Spielzeugen, dass diese keine Kunststoffteile enthalten, welche verschluckt werden könnten.

Bis auf ein Sandbad und genügend Spielzeug gehörten natürlich auch noch andere wichtige Dinge in einen Käfig. Eine Trinkflasche mit täglich frischen Wasser, ein Häuschen sowie andere Versteckmöglichkeiten, eine Futterecke sowie Einstreu gehören zur Grundausstattung für Chinchillas.

Ein Laufrad ist auch für eine Chinchilla eine ausgezeichnete Beschäftigung. Bei älteren Tieren kann es jedoch lange dauern, wenn überhaupt, bis sie sich an das Laufrad gewöhnen. Sie sollten daher schon im jungen Alter auf die Idee gebracht werden und es wird nicht lange dauern, bis sie mit dem laufen beginnen.

Anzeige

Du benötigst jedoch ein sehr großes Laufrad (mindestens 38 cm Durchmesser) mit einer festen Lauffläche und ohne Drahtboden, da diese gefährlich für die Füße und den Schwanz sein können.

Chinchilla Ernährung

Chinchillas haben eine sehr empfindliche Verdauung und sollte auf eine gute Qualität geachtet werden, da diese wesentlich zur ihrer Gesundheit beiträgt. In der Natur ernähren sie sich hauptsächlich von Faserpflanzen und so benötigen sie eine Ernährung, die reich an Ballaststoffen ist.

Zu viele Snacks und Leckereien können schnell zu Übergewicht und Verdauungsstörungen führen. Du solltest generell darauf achten, dass kein Getreide im Futter enthalten ist.

Am besten eignet sich eine naturnahe Ernährung mit Pellets und Heu. Das Heu sollte an einem gut belüfteten, trockenen Ort gelagert und täglich frisch serviert werden. Chinchillas genießen Leckereien wie frische oder getrocknete Früchte wie Äpfel oder Trauben und ungesalzene Sonnenblumenkerne.

Allerdings sollten Leckereien wirklich nur eine Ausnahme sein, um deine Chinchillas zu einer ausgewogenen Ernährung zu ermutigen und um Übergewicht zu vermeiden. 

Heu und Obst sollte nach 24 Stunden entfernt werden, wenn es nicht gefressen wurde. Bein einer richtigen Ernährung ist es in der Regel nicht notwendig, irgendwelche Nahrungsergänzungsmittel zu verwenden.

Bei einer Futterumstellung sollten Chinchillas nur langsam an das neue Futter gewöhnt werden. Erhöhe schrittweise die Menge der neuen Nahrung, die mit den vorhandenen Nahrungsmitteln über mehrere Wochen vermischt wird. So haben deine Chinchillas genügend Zeit, sich langsam an das neue Futter anzupassen.

Sind Chinchillas als Haustiere geeignet für dich?

Dies ist eine schwierige Frage und kann nur von dir selbst beantwortet werden. Fakt ist, dass sie für Familien mit Kindern nicht geeignet sind, da sich nachtaktiv sind und während der Tageszeit ihre Ruhe benötigen. Hinzu kommt, dass sie im Vergleich zu anderen Nagetieren recht anspruchsvoll sind, was die Haltung und Fütterung angeht.

Es sind auch keine Kuscheltiere, was viele leider immer wieder meinen und besonders Anfänger können schnell mit den süßen Tieren überfordert sein. Beachte auch, dass sie viel Platz benötigen und ein Freigehege empfehlenswert ist.

Falls du jedoch alle Kriterien erfüllen kannst, du sowieso den Tag nicht zu Hause verbringst, du bereit bist, für 20 Jahre oder sogar länger diese Tiere zu halten, dann sind Chinchillas mit Sicherheit tolle und exotische Haustiere. Hast du Chinchillas bereits als Haustiere? Lass es uns wissen!

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein