Coronavirus bei Hunden und Katzen: Ein alter Bekannter in der Tiermedizin

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Bild@ shutterstock.com

Jetzt ist das Coronavirus auch bei uns angekommen. Die Bevölkerung wird zusehends nervöser. Die Gerüchteküche kocht. Viele Tierbesitzer sind zunehmend verunsichert, denn viele von ihnen haben den Coronavirus schon in Zusammenhang mit ihrem Haustier kennengelernt und machen sich nun Sorgen um ihre eigene Gesundheit. In diesem Artikel möchte ich dich über die Coronavirus-Infektion bei unseren Haustieren aufklären und mit einigen Gerüchten aufräumen.


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Muss ich mir Sorgen machen, wenn meine Katze FCoV (felines Coronavirus) positiv ist?

Nein! Lasst uns alle mal tief durchatmen. Die feline Coronavirus Infektion ist eine alte bekannte Erkrankung der Hauskatze. Sie ist nicht mit der neu aufgetretenen COVID-19 (Coronavirus disease 2019) gleichzusetzen. Der feline Coronavirus gehört zu den Alpha Coronaviren (CoV-2 ist ein Beta Coronavirus) und ist nur für Tiere gefährlich.

Der feline Coronavirus hat 2 verschiedene Erscheinungsformen. Einmal den harmloseren Felinen Enteralen Coronavirus, (FECV) der hauptsächlich Magen-Darm-Symptome verursacht und als “Durchfallerreger” bekannt ist und einmal den gefürchteten felinen infektiösen Peritonitis Virus (FIPV). Dieses Schreckgespenst kennen viele Katzenbesitzer, denn eine FIP Infektion führt leider auch heute noch zum Tod der Katze.

Die feline infektiöse Peritonitis (FIP) entsteht durch eine spontane Mutation des felinen Coronavirus (FCoV) und führt dazu, dass sich das Virus in Makrophagen (Zellen des Immunsystems) massiv vermehrt. Die mit den mutierten Viren befallenen Makrophagen setzen Entzündungsmediatoren frei, welche wiederum eine massive Entzündung im Katzenkörper auslösen.

Die Blutgefäße entzünden sich durch die Bindung von gebildeten Antikörpern und es entstehen Körperhöhlenergüsse. Katzen sehen durch den mit Flüssigkeit vollgelaufenen Bauch aus wie eine Birne auf 4 Beinen. Ist FIP einmal ausgebrochen, endet die Erkrankung leider tödlich für die Katze.

Es gibt jedoch die Hoffnung, dass in einigen Jahren ein wirksames Medikament auf den Markt kommt. Das Nukleosidanalogon GS441524 hat in den ersten Studien gut abgeschnitten. Aber nochmals! Dieser FPV ist nicht für Menschen gefährlich. Für Katzen aber leider schon, doch das ist nun wirklich nicht neu.

Leider kann ich auch die intranasale Impfung für Katzen nicht empfehlen, da die Studienlage hier alles andere als eindeutig ist. Vorbeugende Maßnahmen beschränken sich hier darauf, den Infektionsdruck zu senken. Genau so, wie man es im Moment auch beim Menschen mit Covid-19 versucht.

Das heißt: Man soll Katzen, die Corona positiv sind, nicht mit negativen Katzen in Kontakt kommen lassen und “Überpopulationen”, in denen die Viren wild untereinander getauscht werden, vermeiden. Katzentoiletten sollen regelmäßig gereinigt werden.

Übrigens gibt es Coronaviren auch noch bei anderen Tierarten. Es gibt Coronaviren bei Hunden (CCoV , CCV), diese lösen blutige Durchfälle aus. Coronaviren bei Pferden (ECoV), mit einer Vielzahl an Symptomen. Coronaviren bei Rinder und Wildwiederkäuern (BCoV), die zu Magen-Darm und Atemtrakt Beschwerden führen.


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Und Coronaviren bei Schweinen (TGE), ebenfalls ein Durchfallerreger. Sie alle haben nichts mit dem Coronavirus zu tun, das momentan Erkrankungen beim Menschen auslöst (CoV-2). CoV-2 ist ein Beta Coronavirus, die Coronaviren unserer Haustiere sind Alpha Coronaviren (Ausnahme Pferde). Darum helfen leider auch die Impfstoffe für Katzen, Rinder und Schweine (Alpha Coronaviren) nicht bei uns Menschen (Beta Coronaviren).

Liebe Landwirte – falls ihr mich lest ich bitte euch von Selbstinjektionen abzusehen! (Das Internet ist bereits voller solcher Selbstversuche). Auch die Tierbesitzer, die bei mir in der Sprechstunde vorbeikommen und FIP Impfstoffe für sich selbst haben möchten, muss ich leider enttäuschen!

Sie wirken nicht! Laut dem Virologen der Universität München sind aufgrund der Verschiedenheiten von Alpha und Beta Coronaviren auch keine Kreuzimmunitäten zu erwarten. An einer Impfung gegen CoV-2 wird jedoch auf Hochtouren gearbeitet.

Kann wirklich ein Hund CoV-2 (Coronaviren) übertragen?

Nein! Aber bei einem Hund konnten wenige CoV-2 Viren nachgewiesen werden. Doch der Besitzer des Hundes war an Covid-19 erkrankt, und man geht von einer Kontamination aus. Also – der erkrankte Mensch hat den Hund angefasst und so kamen die Viren auf den Hund.

Der Hund selbst hatte kein COVID-19. Dazu Prof. Nowotny von der Vetmeduni Wien: “Im Moment gibt es keinerlei Hinweise darauf, dass Haustiere wie Hunde oder Katzen das Virus bekommen oder weitergeben können. Eine Übertragung vom Hund auf den Menschen oder auch umgekehrt, vom Menschen auf den Hund, wird als unmöglich angesehen. Besondere Schutzmaßnahmen bezüglich unserer Haustiere sind daher nicht notwendig”.

Außerdem überlebt das Virus nicht lange an der Luft. Händewaschen, nachdem man ein Tier gestreichelt hat, sollte jedoch sowieso selbstverständlich sein.

Welches Tier hat das Coronavirus (COVID-19) übertragen?

Das wissen wir noch nicht. CoV-2 ist ein neuer Virus. Aber nicht, weil die Regierungen von wer weiß was ablenken wollen – Nein – einfach , weil das Virus “neu” ist und wir viele relevante Aspekte noch nicht kennen können. Die Virologie Experten “lernen” es gerade noch kennen. Es gibt aber im Moment keinen Grund zur Panik!

Denn was wir schon gut wissen, ist , dass das Virus (CoV-2), eine geringe Sterblichkeitsrate hat. Ja , es erkranken Menschen. Aber zum Glück sind die meisten Verläufe schwach bis mild. Trotzdem gibt es noch viele ungeklärte Fragen. Eine ist eben die des Übertragungsweges.

Dazu das BVL (Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen): „… Klar gesagt werden muss auch, dass das Reservoir (Ursprung oder Zwischenwirt) des Virus noch nicht eindeutig bestimmt ist. Darum können wir im Moment noch nicht mit Sicherheit sagen, welche Tierart – wenn überhaupt eine –betroffen wäre.

Es handelt sich beim Reservoir allerdings tendenziell um ein exotisches Wildtier; wahrscheinlich liegt der Ursprung dieses Virus bei einer Fledermausart …“ Ich empfehle dir nach jedem Kontakt mit Tieren die Hände gründlich zu waschen.

Fazit zu Coronavirus bei Hunden und Katzen

Die altbekannten Coronaviren unserer Haustiere sind nicht gleichzusetzen mit dem CoV-2 Virus, das bei Menschen zur Coronavirus disease 19 führt. Im Moment gibt es keine Hinweise darauf, dass Haustiere das Virus übertragen haben. Das Reservoir wird bei Wildtieren vermutet. Wasche dir trotzdem nach jedem Kontakt mit Tieren gründlich die Hände. Es besteht kein Grund zur Panik, denn zum Glück verlaufen die meisten Infektionen mit CoV-2 mit schwachen bis milden Symptomen.

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