Hund einschläfern: Was auf dich und dein Tier zukommt

Auf jeden Hundebesitzer kommt früher oder später eine schwere Entscheidung zu: „Muss ich meinen Hund einschläfern lassen?“ Um dir bei dieser schweren Entscheidung zu helfen, soll dir der nachfolgende Artikel häufig gestellte Fragen und Ängste in diesem Zusammenhang näher bringen. Zum Beispiel „Wie und warum werden Hunde eingeschläfert“.

Einschläfern darf nur ein approbierter Tierarzt/ eine approbierte Tierärztin. Davor muss klar sein, dass ein Weiterleben für den betroffenen Hund nicht mehr zumutbar ist. Das Einschläfern an sich kann durchaus individuell gestaltet werden. Ziel ist ein stress- und schmerzfreier Tod. Grundsätzlich läuft das Einschläfern wie folgt ab: Wenn notwendig Sedierung des Hundes, (optional) Narkoseeinleitung, Überdosierung der Narkose und oder Mittel, welches Herz-Kreislauf anhält.

Hund einschläfern – Erfahrungen

Das Internet bietet viele Horror- Storys rund um das Thema Einschläfern. Von krampfenden und gequälten Tieren ist die Rede. Vor der Todesspritze mit T61 wird plakativ auf Facebook gewarnt. Ich als Tierärztin habe beinahe täglich Patienten, die ich auf ihrem letzten Weg begleite und ich möchte dir hier etwas die Angst nehmen.

Ein Tier einzuschläfern, das nur noch leidet, ist meine Pflicht. Auch ein Tierbesitzer darf sein Tier nicht unnötig leiden lassen. Niemand sollte die Entscheidung, sein geliebtes Tier einschläfern zu lassen leichtfertig treffen. Verschiedene Ethikkommissionen haben für die Entscheidungsfindung Fragebögen erarbeitet und gerne nehme ich diese zur Hilfe (Entscheidungshilfe zur Euthanasie von Klein- und Heimtieren der Tierärztekammer Berlin).

Steht jedoch der Entschluss zur Euthanasie (Fachbegriff für Einschläferung, eu = griechisch für gut/schön – thànatos = griechisch für Tod/Sterben) fest, gilt es für mich den richtigen Ablauf zu planen. Im Idealfall habe ich schon lange vor dem Tag X diesen mit dem Besitzer besprochen.

Denn wie ein Begräbnis/ die Abschiedsfeier für Angehörige schon einmal im Vorhinein grob besprochen werden sollte, bevor man von seinen Gefühlen übermannt wird, sollte das auch für unsere Hunde stattfinden. Ich mache mir hierzu auch schon mal Notizen in der Karteikarte.

Viele dieser „Horroreuthanasien“ aus dem Internet wären vermeidbar gewesen, wenn der Tierbesitzer davor mit seinem Tierarzt/ seiner Tierärztin gesprochen hätte. Beispielsweise habe ich von einer Beschwerde gelesen, wo dem Hund der Venenkatheter genau an dem vor Jahren gebrochenen und seither schmerzhaften Bein gesetzt werden sollte, und der Hund deshalb aufgeschrien hat.

Sowas muss vor dem Einschläfern kommuniziert werden! Ich möchte auch wissen, wenn dein Hund sich allgemein sehr ungern an den Füßen anfassen lässt. Denn dann werde ich mich eventuell dafür entscheiden, deinen Hund vor dem Legen des Venenkatheters intramuskulär (in den Muskel) oder subkutan (unter die Haut) zu sedieren, oder gar schon in Narkose zu legen.

Das würde ich aber nicht immer so machen, da intramuskuläre/subkutane Narkosen schlechter zu steuern sind und es einen Blutdruckabfall geben kann. Sprich bei einem Hund, der es gewohnt ist an den Pfoten manipuliert zu werden, (im besten Fall hat der Besitzer von klein auf Medical- Training gemacht) setze ich einen Venenkatheter gerne bereits für die Sedierung und oder Narkoseeinleitung.

Jede Euthanasie ist anders, denn jedes Lebewesen ist anders. Zum Glück stehen mir als Tierärztin viele verschiedenen Medikamente zur Verfügung und ich habe die Möglichkeit von Fall zu Fall mich für die passenden Kombinationen zu entscheiden.

Der Ablauf

Grundsätzlich geht man wie folgt vor, wenn der Hund eingeschläfert werden muss: Wenn nötig Sedierung (+/- Schmerzmittel), Narkoseeinleitung, Überdosierung der Narkose (Euthansiemittel) und oder Medikament, das Herz/Atmung anhält.

Im Regelfall schläft das Tier ruhig ein und verstirbt friedlich. Trotzdem möchte ich hier nichts schön reden. Es kann vorkommen, dass ein Tier während/am Ende der Euthanasie „Maulatmung“= Schnappatmung zeigt. Gleich vorweg, das ist nur für den Besitzer unschön anzusehen, das Tier liegt zu diesem Zeitpunkt bereits tief in Narkose und bekommt überhaupt nichts davon mit.

Aber ich bereite meine Patientenbesitzer auf solche Situationen vor. Das passiert etwa bei Tieren, die in einer sehr schlechten Kreislaufsituation sind. Herz/Lungenpatienten beispielsweise. Vor allem kann dies auch passieren, wenn ich den Hund intramuskulär „vormedizieren“ musste, wie zum Beispiel bei aggressiven Hunden, die ich vor Sedierung nicht wiegen konnte und das Gewicht (über)schätzen musste.

Für den Hund selbst kann diese Vorgehensweise aber trotzdem die Richtige sein, da sie so stressfrei einschlafen können. Wenn ich „Schnappatmung“ befürchte, kann ich auch mit dem Medikament Propofol versuchen gegenzusteuern. Hier bin ich wieder an dem Punkt: vertraue deinem Tierarzt/ ihrer Tierärztin, wir sind wirklich bemüht es allen so angenehm wie möglich zu machen.

Auch, wenn das Medikament T61 zum Einsatz kommen soll. Richtig angewendet (nach vorangegangener Narkotisierung) ein zu Recht viel genutztes Medikament zur Euthanasie. In seltenen Fällen kann es hier jedoch zu Exzitationen oder Konvulsionen kommen. (Das bekommt das narkotisierte Tier nicht mit).

Was du auch wissen solltest ist, dass es nach dem Einschläfern zu unwillkürlichen Zuckungen kommen kann. Es hat für den Tierbesitzer den Anschein „das Tier bewegt sich noch“. In Wirklichkeit handelt es sich hier um Muskelpotentiale, die entladen werden. Meinem subjektiven Empfinden nach kommt dies häufig bei sehr alten Patienten vor, die über einen geringeren „Muskelanteil“ verfügen.

Auch das sieht nicht schön aus, ist aber normal. Ich möchte hier auch nochmal darauf hinweisen, dass die Augen eines verstorbenen Hundes offen bleiben (auch in der Narkose – das ist kein Hinweis auf eine schlechte Narkose, sondern auch beim Menschen normal!). Genauso, dass es zu Urin- und Kotabsatz kommen kann. (Hier daran denken, wenn du dein Tier am Arm/Schoß hältst).

Hund einschläfern – und was passiert danach?

Das kannst du selber bestimmen. Du hast zum Beispiel die Möglichkeit, deinen Hund von einem Tierbestatter abholen zu lassen (von zu Hause oder der Tierarztpraxis). Hier solltest du einmal kurz darüber nachdenken, ob du mit dem Gedanken leben könntest, dein lebloses Tier eventuell sogar über Nacht bei dir im Haus zu haben (bitte auch an Kinder denken).

Im Internet findest du verschieden Anbieter für Feuer- und Erdbestattungen. Bei der Feuerbestattung wählt man je nach Geldbeutel zwischen einer Einzel- oder Gruppenkremierung.

Die Preise hierfür werden nach Gewicht gestaffelt. So kann man für einen mittelgroßen Hund mit rund 250–300 € in der Einzelkremierung und mit 170 € bei der Gruppenkremierung rechnen. Bei manchen Anbietern kann man bei der Kremierung im Rahmen einer Abschiedsfeier dabei sein.

Wenn du das nicht möchtest, aber trotzdem sicher sein willst, dass dein Liebling wie vereinbart eingeäschert wurde, wird auch eine Videodokumentation angeboten. Danach kannst du dir eine hübsche Tierurne aussuchen.

Solltest du die Asche deines Tieres an einem besonderen Ort verstreuen wollen, denke daran, das am Bestattungsbogen anzugeben, da die Asche dafür extra zerkleinert wird. Es gibt auch zahlreiche Tierfriedhöfe, die Erdbestattungen in Särgen anbieten.

Das funktioniert wie bei Menschengräbern. Man eröffnet ein Grab (rund 150 €) und bezahlt jährliche Miete (für 5 Jahre rund 110 €). Auch Grabpflege wird gegen Aufpreis angeboten (um die 50 € pro Saison).

Urnengräber können auch kostengünstiger gemietet werden (ca. 50 € pro Jahr). Ob du deinen Hund im eigenen Garten beerdigen darfst, hängt von der Größe und den lokalen Gesetzen ab. Informiere dich dazu im Vorhinein bei den Behörden.

Natürlich kannst du deinen Hund auch gegen eine deutlich günstigere Gebühr von einem Tierkörperverwertungsunternehmen bei deinem Tierarzt/ bei deiner Tierärztin abholen lassen. Auch diese Tiere werden verbrannt und landen garantiert nirgends anderswo!

Die Mähren, dass solche Tiere zu Tierfutter verarbeitet werden, samt Halsband, sind wirklich nicht wahr. Du musst dir da ehrlich keine Sorgen machen. Diese Institutionen bieten häufig sogar Führungen an und zeigen und erklären alles gerne.

Hier möchte ich auch noch das Verfahren nach Obduktionen in pathologischen Instituten besprechen. Manchmal ist es sinnvoll, die Todesursache von Experten bestimmen zu lassen. Hier war es früher gesetzlich so geregelt, dass Tiere aus seuchenschutzrechtlichen Gründen die Pathologie nicht mehr verlassen durften.

Dies war mit ein Grund, warum sich viele Tierbesitzer gegen eine Klarheit bringende Obduktion entschieden haben. Berechtigte Betriebe, wie Tierkrematorien und Tierfriedhöfe dürfen deinen Hund aber sehr wohl aus der Pathologie abholen!

Wann darf ein Tierarzt einen Hund einschläfern Die Tötung von Wirbeltieren ohne vernünftigen Grund ist seit 1972 verboten. Ebenso ist es die Pflicht jedes Hundebesitzers sein Tier bei Anzeichen einer Erkrankung oder Verletzung unverzüglich einem Tierarzt/Tierärztin vorzustellen (Tierschutzgesetz).

Auch muss der Tierbesitzer in einem ihm zumutbaren Rahmen für die Kosten notwendiger medizinischer Behandlungen aufkommen. Also darf aus reinen Kostengründen kein Hund eingeschläfert werden. Als verantwortungsbewusster Tierbesitzer sollte man sich darüber bewusst sein, dass Tiere erkranken/verunfallen können und dies hohe Kosten verursachen kann.

Gerade, wenn man finanziell nicht so große Sprünge auf einmal machen kann, sollte man über eine Tierkrankenversicherung oder Operationsversicherung nachdenken. Standardmaßnahmen, wie Blutuntersuchungen oder bildgebende Diagnostik zur Abklärung von gesundheitlichen Problemen sind grundsätzlich jedem Tierhalter zumutbar.

Sollte die Diagnose ergeben, dass die Lebensqualität des Tieres deutlich beeinträchtigt ist und eine Therapie bzw. Linderung der Schmerzen oder Leiden nach fachkundigem Urteil nicht möglich, bzw. nicht Erfolg versprechend scheinen, (Artikel Euthanasie von Heimtieren, R.Binder) rechtfertigt dies die Euthanasie des betroffenen Hundes. Kosten- Einschläfern Tierärzte/innen in Deutschland sind hier an die Gebührenordnung für Tierärzte gebunden.

Diese Verordnung findest du auf der Homepage der zuständigen Tierärztekammer. In Österreich gibt es ein ähnliches System, welches auch auf der Homepage der Tierärztekammer zu finden ist. Der Kostenpunkt Euthanasie durch Injektion wird dir da als recht günstig auffallen.

Als Tierbesitzer muss man aber unbedingt wissen, dass die Kosten fürs Einschläfern eines Hundes schnell sehr hoch werden können. Beispielsweise für einen Hausbesuch oder die Inanspruchnahme des Notdienstes. Hier kann schnell eine Summe von 300 € oder mehr anfallen.

Beispiele aus der Praxis

Im Idealfall läuft es so ab, wie du es im Vorfeld mit deinem Tierarzt/ deiner Tierärztin bei einem vorherigen Besuch besprochen hast. Denn je nach Hund und Besitzer kann das Einschläfern durchaus individuell gestaltet werden. Es gibt gute und zuverlässige Medikamente zur Euthanasie. Kein Tier muss leiden, es tut nicht weh. In zwei Beispielen werde ich dir erklären, wie in etwa der Ablauf aussehen könnte:

Labi, der Senior

Dein Senior-Hund Labi, der leider terminal an einem Plattenepithelkarzinom erkrankt ist, hat in letzter Zeit massiv abgebaut. Der Tumor sitzt am Rachendach, es wurde bereits versucht ihn chirurgisch zu entfernen und auch eine Bestrahlung angeschlossen. Das hat ihm Zeit verschafft, aber leider war keine Heilung möglich.

Du hast dich mit deinem Tierarzt/ deiner Tierärztin für eine palliative Versorgung entschieden und dein geliebter Hund ist „multimodal“ nach bestem Wissen und Gewissen mit Medikamenten versorgt, die du auch verlässlich eingibst. Rassetypisch hat dein Labi trotz allem immer mit Appetit und Freude gefressen.

Deine Tierärztin und du habt euch dafür entschieden, seinen Appetit neben anderen Aspekten als Barometer für seine Lebensqualität zu nehmen. Nun bemerkst du, dass sein Appetit mit den Tagen schlechter wird, heute Früh hat er nur noch zögerlich und mit gutem Zureden aufgefressen, außerdem wird er immer schlapper.

Du entschließt dich bei deiner Tierärztin anzurufen und dich nochmal mit ihr zu besprechen. Sie schlägt eine kurze Untersuchung in der Praxis vor. Dabei fällt auf, dass der Tumor erneut gewachsen ist und nun Probleme beim Schlucken macht, außerdem ist Labi sehr blass.

Ihr entscheidet euch gemeinschaftlich dafür, dass jetzt der Zeitpunkt gekommen ist ihn einzuschläfern, denn so soll er nicht weiterleben müssen. Da alle Familienmitglieder dabei sein möchten vereinbart ihr einen Termin für den Abend.

Die Tierärztin legt Labi bereits jetzt einen Venenzugang, denn sie möchte ihm nochmal etwas Kreislaufstabilisierendes und Schmerzmittel verabreichen und wiegt ihn nochmal. Der Venenzugang wird gut festgeklebt und mit einem Verband versehen.

So kann Labi noch einen schmerzfreien Tag verbringen. Am Abend brecht ihr gemeinschaftlich in die Praxis auf. Ihr seid der letzte Termin an diesem Tag, so hab ihr dann etwas mehr Ruhe und Zeit bei diesem schweren Gang.

Am Vormittag habt ihr nochmals besprochen, wie der Ablauf sein wird. Ihr wisst, was auf euch zukommt. Labi hat bereits einen Venenzugang, dieser wird nun benutzt, um ihn schmerzfrei und schnell in Narkose zu legen.

Sein Gewicht für die Medikamentenberechnung wurde ja schon am Vormittag ermittelt. Besprochen ist auch, dass eure Tierärztin ein spezielles Mittel für die Sterbehilfe verwenden wird, erkennbar an der blauen Farbe. Das Verabreichen des Medikaments ist absolut schmerzfrei und führt schnell zur Bewusstlosigkeit (Labi schläft ein), ab jetzt bekommt er nichts mehr mit.

Das Medikament wirkt nun hemmend auf das Atemzentrum, was dazu führt, dass die Atmung aussetzt. In weiterer Folge hört das Herz auf zu schlagen, Labi verstirbt schnell und friedlich.

Ihr verabschiedet euch in aller Ruhe von eurem geliebten Haustier, die Tierarzthelferin fertigt noch einen Pfotenabdruck für euch. Im Vorfeld habt ihr entschieden, dass Labi eingeäschert werden soll, die zuständige Firma wird ihn morgen bei der Tierärztin abholen.

Zur Bewältigung der Trauer eurer Kinder hat die Tierärztin euch das Buch „Die Regenbogenbrücke: Ein kleiner Hase in Trauer“ empfohlen. Ihr selbst werdet euch in entsprechenden Gruppen im Internet mit anderen trauernden Tierbesitzern austauschen.

Ari, der nicht ganz einfache Begleiter

Ari- der Shiba Inu. Ari war schon immer ein nicht ganz einfacher Hund. Leider konnte er sich auch nie wirklich an die Besuche bei der Tierärztin gewöhnen. In unbekannten Situationen überfällt ihn Angst und Hektik, er reagiert aggressiv und würde dann auch beißen.

Ihr habt immer gewusst, wenn der Tag der Tage kommt und Ari einmal wegen gesundheitlicher Probleme eingeschläfert werden muss, wird das nicht ganz einfach werden. Darum habt ihr bereits frühzeitig mehrfach mit eurer Tierärztin darüber gesprochen, wie man das am schonendsten für Ari gestalten könnte.

Er hatte bereits in jungen Jahren einen Autounfall mit mehreren Knochenbrüchen. Sein Bewegungsapparat war schwer in Mitleidenschaft gezogen worden. Leider entwickelte er daraufhin im Alter massive Arthrosen. Lange ging es ihm mit Medikamenten gut, doch jetzt läuft er immer schlechter. An manchen Tagen kommt er nicht ohne Hilfe auf die Beine.

Ari wurde mehrfach behandelt, Medikamente wurden angepasst, aber die Krankheit schreitet immer weiter fort. Euer Liebling bewegt sich immer weniger, kommt kaum hoch, außerdem frisst er schlecht. Ihr habt das Gefühl, dass er nun trotz der Medikamente Schmerzen hat und leider auch seine Lebensfreude verloren hat.

Ihr entscheidet euch, mit eurer Tierärztin einen Termin zur Euthanasie zu vereinbaren. Die Tierärztin wird zu euch nach Hause kommen, da Ari immer furchtbaren Stress in der Ordination hatte.

Leider seid ihr darüber aufgeklärt, dass man einem Hund wie Ari nicht einfach vorher Beruhigungstabletten geben kann, da sie enthemmend wirken könnten und er noch aggressiver reagieren könnte.

Etwas Abhilfe schafft jedoch ein beruhigendes Pheromon Halsband und seine CBD Tropfen (Cannabinolextrakt der Hanfpflanze). Die Tierärztin wird versuchen Ari Narkosemittel/Sedierung mit etwas Abstand in Maul/Nase/Augen zu spritzen, während seine Bezugsperson ihn mit der Leine fixiert.

Zu diesem Hilfsmittel greifen Tierärzte/innen in extremen Situationen immer wieder und es klappt gut, wenn man angebellt wird. Manche Medikamente werden nämlich auch über die Schleimhaut aufgenommen.

Wie viel Medikament jedoch tatsächlich in Ari landet und wie gut es wirkt, ist schwer vorauszusagen. Wenn Ari etwas benommen ist, wird er eine Spritze in den Muskel oder unter die Haut erhalten.

Auch hier kann man die Wirkung nicht 100 % voraussagen, da sich Narkosen/Sedierung in den Muskeln nicht so gut steuern lassen, wie in die Vene verabreicht. Zudem kann der Einstich etwas brennen. Doch bei einem Hund wie Ari wäre es nur unter extremen Zwangsmaßnahmen möglich, am wachen Hund einen Venenzugang zu setzen.

Das wäre sicher der größere Stress für alle. Erst wenn Ari vollkommen ruhig oder eingeschlafen ist, kann die Tierärztin versuchen einen venösen Zugang zu legen. Nicht jeder kann das sehen, manche Familienmitglieder verlassen dafür den Raum.

Da die bereits verwendeten Medikamente kreislaufdepressiv sind, kann das Legen eines Venenkatheters schwer bis unmöglich sein. Auch die Venen können „brüchig geworden sein“ und die benötigte Menge Narkosemittel nicht aufnehmen.

In so einem Fall wird das Narkose/Euthanasie Medikament evtl. in den Bauchraum verabreicht. In diesem Fall kann es etwas dauern, bis sich das Medikament im Hundekörper verteilt hat.

Schon im Vorhinein hat euch die Tierärztin darauf vorbereitet, dass es eventuell zu tiefen Atemzügen oder Maulatmung kommen kann, da zu Aris Bestem bereits vor der Euthanasie kreislaufdepressive Medikamente verwendet werden mussten, um ihn zu beruhigen und ohne Gefahr anfassen zu können.

Ihr wisst, dass er tief in Narkose liegt und nichts davon mitbekommt. Einschläfern ist niemals schön, aber ihr habt es Ari so angenehm wie möglich gemacht. Der Familienrat hat sich dazu entschieden, ihn im Garten zu beerdigen.

Bereits vor einiger Zeit habt ihr euch bei den zuständigen Behörden deswegen erkundigt und wisst, dass er mit seinen 10 kg in die zulässige Gewichtsklasse fällt, um vergraben zu werden. Das Grab wird mindestens einen halben Meter tief sein und Ari muss vollständig auskühlen, bevor er unter die Erde kommt, damit kein anderes Tier auf die Idee kommt ihn auszubuddeln.

Dass der leblose Hund dafür über Nacht bei euch im Haus sein wird, ist für die Familie in Ordnung. Der Gedanke daran macht euch keine Sorgen und ihr seid darüber aufgeklärt, wie die Totenstarre sich über den Körper ausbreitet und sich wieder löst.

Sollte es dabei zu „vermeintlichen Bewegungen“ kommen, wisst ihr, dass das normal ist. Da biologisch leicht abbaubar habt ihr einen Karton als Sarg ausgewählt, zum Aufhübschen legt ihr Blumen darauf. So kann Ari am nächsten Tag im Beisein seiner Lieben im eigenen Garten beerdigt werden.

Fazit zu Hund einschläfern

Ein geliebtes Tier einschläfern zu lassen ist niemals einfach. Ich hoffe, ich konnte dir mit diesem Artikel etwas die Angst nehmen. Wichtig ist auch das Vertrauen zu deinem Tierarzt/deiner Tierärztin, das du dir idealerweise über die Jahre aufgebaut hast.

Kommuniziere dein Sorgen und Ängste, denn nur gemeinsam mit deinem Tierarzt/ deiner Tierärztin kannst du den Zeitpunkt wann eingeschläfert werden sollte bestimmen und einen für dich und den Hund passenden Ablaufplan erstellen.

Internationale Ethikkomissionen haben für die objektive Beurteilung der Lebensqualität terminal erkrankter Tiere Fragebögen entwickelt, die dir und deinem Tierarzt/ deiner Tierärztin die Entscheidungsfindung erleichtern sollen. Was mit deinem Hund nach dem Einschläfern passiert, kannst du ganz selbst entscheiden.

Es gibt Zahlreiche Tierbestatter, die Erd und Feuerbestattungen anbieten. Auch, wenn du dein Tier vom Tierarzt/In von der Tierkörperbeseitigung abholen lässt, musst du kein schlechtes Gefühl haben. Diese Tiere werden verlässlich verbrannt. In manchen Regionen ist auch die Beerdigung im Garten erlaubt, bei der zuständigen Behörde kannst du dich darüber informieren.

Leider gehört auch im Tierreich der Tod zum Leben. Um dir und deiner Familie die Trauerphase zu erleichtern, gibt es gute (Kinder) Bücher und auch Online kann man sich mit betroffenen Tierbesitzern in Foren austauschen.

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