Hund zittert – Die wichtigsten Gründe und was zu tun ist

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Wenn dein Hund zittert, bist du zu Recht besorgt. Wir Menschen leben heute sehr eng mit unseren Hunden zusammen, denn sie sind vollwertige Familienmitglieder. Natürlich haben wir daher auch ein besonderes Augenmerk darauf, wie es ihnen geht und machen uns Sorgen, wenn etwas nicht in Ordnung zu sein scheint. Eine solche Situation liegt vor, wenn dir auffällt, dass dein Hund zittert – denn ein gesunder Hund, dem es gut geht, zittert nicht. Die Gründe für ein solches Zittern sind allerdings sehr vielfältig und reichen von harmlosen Ursachen bis zu schwerwiegenden Erkrankungen. Wir möchten dir helfen, die einen von den anderen zu unterscheiden und deinem Hund bestmöglich beizustehen.

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Es hat einen Grund, wenn dein Hund zittert – aber welchen?

Natürlich kann auch beim Hund ein ganz simpler Grund zum Zittern führen: wenn dein Hund friert. Dies ist zum Beispiel bei Hunden mit wenig oder keiner Unterwolle der Fall, wenn die Außentemperaturen niedrig sind und/oder der Hund nass ist. Auch Welpen frieren schneller als erwachsene Hunde, da sie ihre Körpertemperatur noch nicht so gut halten können.

Doch in vielen Fällen steckt mehr dahinter. Um genauer einzugrenzen, warum dein Hund zittert und was du tun kannst, solltest du zunächst versuchen, das Zittern möglichst konkret zu analysieren. In welchen Situationen fällt dir das Zittern auf und wie lange hält es an? Betrifft es den ganzen Körper oder nur einzelne Regionen?

Ist dein Hund während des Zitterns ansprechbar und reagiert zum Beispiel auf Kommandos wie „Komm her“ oder „Sitz“? Kannst du das Zittern durch Zuspruch und Zuneigung lindern? Zeigt dein Hund weitere Symptome oder Auffälligkeiten, die normalerweise nicht vorliegen? Hat er Appetit und trinkt wie gewohnt?

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Kann er normal Kot und Urin absetzen? Die Antworten auf diese Fragen können dir schon mal einen groben Hinweis geben, ob das Zittern eher körperlich bedingt ist und auf eine Krankheit hindeutet, oder ob eventuell psychische Gründe dahinter stecken.

Wann ist ein Tierarztbesuch unerlässlich?

Hund beim Tierarzt
Hund beim Tierarzt – wavebreakmedia/shutterstock.com

Zittern kann ein Hinweis auf eine (gegebenenfalls auch schwerwiegende) Erkrankung sein. So kann sich beispielsweise ein epileptischer Anfall durch vorheriges Zittern ankündigen. Ist dein Hund während des Zitterns nicht ansprechbar, also quasi „nicht bei Bewusstsein“, handelt es sich immer um einen Notfall und du solltest sofort und schnellstmöglich einen Tierarzt aufsuchen. Ebenso erfordern neurologische Probleme ein schnelles Eingreifen des Tierarztes. Neurologisch ist all das, was mit den Nervenverbindungen zusammenhängt.

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Das Nervensystem reagiert zum Beispiel auf viele Gifte mit Zittern. Häufig sieht man in diesen Fällen, dass der Hund zittert und schlapp ist oder sich allgemein komisch verhält. In einer solchen Situation solltest du deinen Hund zügig zum Tierarzt bringen und sofern du einen konkreten Vergiftungsverdacht hast, dieses Gift möglichst genau beschreiben oder am besten eventuelle Reste oder Verpackungen mit in die Praxis bringen.

Auch Schmerzen sind ein häufiger Grund dafür, dass ein Hund zittert. Dies können sowohl „greifbare“ Schmerzen sein, durch eine Verletzung zum Beispiel, als auch weniger leicht ersichtliche Gründe, wie zum Beispiel Bauchschmerzen. Schmerzbedingtes Zittern geht oft mit Hecheln einher.

Auch wenn dein Hund zittert und schmatzt, solltest du daran denken, dass ihm eventuell etwas weh tut. Ein Besuch bei deinem Tierarzt ist dann wichtig, um möglichst zügig die Ursache der Schmerzen zu finden und eine entsprechende Therapie in die Wege zu leiten. Gerade bei älteren Hunden sollte Zittern immer ernst genommen werden, da es darauf hindeuten kann, dass das Herz-Kreislauf-System nicht korrekt arbeitet.

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So kann sich ein Herzfehler durch Zittern äußern, wenn der Organismus nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. Oft kann man in diesen Fällen beobachten, dass der Hund gerade beim Einatmen zittert. Eine eher harmlose Ursache für das Zittern eines alten Hundes ist dagegen oft gegeben, wenn nur einzelne Gliedmaßen zittern. Häufig liegt hier eine schwächer werdende Muskulatur zugrunde, sodass zum Beispiel im Stehen die Hintergliedmaßen zittern.

Eine Physiotherapie kann in diesen Fällen gegebenenfalls Abhilfe schaffen. In allen Fällen solltest du dein Kommen zuvor bei deinem Tierarzt telefonisch ankündigen und dabei die Symptome, die dein Hund hat, möglichst genau beschreiben. Dabei ist es zum Beispiel auch hilfreich, wenn du deinem Tierarzt die Körpertemperatur deines Hundes mitteilen kannst.

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Denn Zittern ist eine Muskeltätigkeit, die eng mit der Temperatur verknüpft ist. Die Temperatur kannst du mit einem normalen Thermometer messen, indem du es – je nach Größe des Hundes – ca. 1 bis 3 cm rektal (also in den Po deines Hundes) einführst. Die normale Körpertemperatur eines erwachsenen Hundes beträgt 37,5 bis 38,5 Grad Celsius. Des Weiteren kann es sehr aussagekräftig sein, wenn du ein kurzes Video vom Verhalten deines Hundes machst, um dieses dem Tierarzt zeigen zu können.

Wenn das Zittern beim Hund psychisch bedingt ist

Psychisch bedingtes Zittern charakterisiert sich zunächst dadurch, dass körperliche Ursachen zuvor (im Idealfall von deinem Tierarzt) ausgeschlossen wurden. Erhärtet sich der Verdacht auf ein Zittern aus psychischen Gründen, geht die Ursachenforschung los. Zunächst solltest du versuchen zu beurteilen, wie die Stimmung deines Hundes in den jeweiligen Situationen ist.

Denn psychisches Zittern zeugt meist davon, dass der Hund mit einer bestimmten Emotion überfordert ist. Wirkt er ängstlich oder sogar verstört, oder erscheint er eher euphorisch und agil? Nicht nur negative Gefühlsregungen können von Zittern begleitet werden, sondern auch überschießende positive Emotionen.

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So kann es zum Beispiel sein, dass dein Hund, wenn er dein Auto vorfahren hört, vor lauter Freude über deine Rückkehr so überwältigt ist, dass der Körper den übersprudelnden Emotionen Luft machen muss – die Anspannung entlädt sich in einem Zittern, das den ganzen Körper zu durchziehen scheint.

Häufiger sind aber sicher die Situationen, denen negative Gefühle zugrunde liegen. Angst ist ein großer Faktor und ganz klassisch ist hier sicher die Geräuschangst. Sei es ein Gewitter, das Silvesterfeuerwerk, oder ein einfahrender Zug – in unserem Alltag finden sich zahlreiche Geräusche, die für unsere Hunde angsteinflößend sein können. Es können aber auch vermeintlich ganz harmlose und auch sehr leise akustische Reize sein, die deinen Hund in einen Angstzustand versetzen, beispielsweise durch die (unbeabsichtigte) Verknüpfung eines Geräusches mit einem negativen Ereignis.

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Wenn du den Verdacht hast, dass dein Hund zittert, weil er mit der Verarbeitung eines positiven oder negativen Reizes überfordert ist, solltest du am Besten einen Hundetrainer zu Rate ziehen, der mit dir gemeinsam die genauen Auslöser eruiert und dir Möglichkeiten aufzeigen kann, deinem Hund zu helfen.

Fazit: eine gute Beobachtungsgabe ist das A und O

Indem dir aufgefallen ist, dass dein Hund zittert, hast du bereits bewiesen, dass du ihn aufmerksam beobachtest und um sein Wohlergehen besorgt bist – das ist toll! Wir hoffen, mit diesem Text konnten wir dir eine Hilfestellung geben, was du in einem solchen Fall beachten solltest und wie du reagieren kannst. Versuche, die Situationen möglichst detailliert zu erfassen und wichtige Informationen herauszufiltern. Hole dir dann Hilfe von entsprechenden Fachleuten, um deinem Hund die optimale Versorgung zugutekommen zu lassen und im besten Fall das Zittern dauerhaft zu beseitigen.

Ich bin seit 2009 Tierärztin und widme mich in meinem Berufsalltag neben der täglichen Sprechstunde vor allem der Chirurgie. Auch mein Privatleben wird maßgeblichen von Tieren bestimmt. Das Verhalten und das positive Training von Tieren zählen ebenso zu meinen Schwerpunkten wie die artgerechte Haltung. Des Weiteren züchte ich im kleinen Rahmen Germanische Bärenhunde und versuche, die Rasseentwicklung verantwortungsvoll positiv zu beeinflussen.

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