Die 7 größten Hunde Mythen

Hunde Mythen
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Hunde Mythen kursieren seit Jahrzehnten in den Köpfen der Menschen. Einige sind nicht mehr, als nur ein Märchen. Andere wiederum stimmen wenigstens in Teilen. Doch in Wirklichkeit sind viele einfach nur Mythen über Hunde, die einen schlechten Rat darstellen.


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Dass Hunde Gras fressen, um zu erbrechen, ist nur ein typischer Irrtum. Und so fragst du dich vielleicht auch, woher diese denn eigentlich kommen und ob da tatsächlich etwas Wahres dran ist?

Bekannte Mythen über Hunde

Hundebesitzer bekommen oft von selbsternannten Hundeprofis tolle Tipps und Ratschläge, von welchen viele einfach nur falsch und unwahr sind. Daher haben wir für dich 7 bekannte Hundemythen zusammengefasst und überprüft. Vor allem der letzte Punkt wir so manchen Hundebesitzer erstaunen. Legen wir los!

1. Hund frisst Gras, um zu erbrechen

welpen hund frisst grass
Welpe frisst Gras – BIGANDT.COM/shutterstock.com

Dass sich Hunde übergeben, wenn sie zu viel Gras gefressen haben, ist natürlich wahr. Das bedeutet jedoch noch lange nicht, dass sie es bewusst fressen, um zu erbrechen. Wie dieser Mythos entstand, lässt sich nicht herausfinden. Der Ursprung ist höchstwahrscheinlich auf eine falsche Interpretation durch Hundehalter zurückzuführen.

Viele Besitzer beobachten, wie sich ihre Hunde nach dem Fressen von Gras übergeben. So nahmen sie wohl oft an, dass Hunde absichtlich Gras fressen, wenn sie Magenprobleme haben oder sich krank fühlen.

Warum fressen Hunde denn nun Gras? Wahrscheinlich, weil es ihnen einfach nur schmeckt. Bis heute gibt es immer noch keine Studien oder Erkenntnisse, welche wissenschaftlich belegen, warum so viele Vierbeiner so gerne Gras fressen.


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Unabhängig von dem Grund ist Gras relativ harmlos, solange es nicht chemisch behandelt wurde. Wenn es jedoch zu chronischem Erbrechen bei deinem Hund führt, dann solltest du ihn, so fern möglich, vom Gras fernhalten und mit deinem Tierarzt darüber sprechen.

2. Eine warme oder trockene Hundenase bedeutet, dass der Hund krank ist

Mythos über Hundenasen
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Dies ist wahrscheinlich der größte Mythos aller Mythen über Hunde. Irgendwann müssen die Menschen zu dem Entschluss gekommen sein, dass eine kalte und nasse Hundenase signalisiert, dass der Hund gesund ist.


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Und eine warme oder trockene Nase bedeutet, dass der Vierbeiner Fieber hat oder es ein Anzeichen von einer Krankheit ist. Die Ursprünge sind nicht bekannt, aber wahrscheinlich hatte es früher schon etwas mit der Gesundheit zu tun gehabt. Staupe beim Hund war und ist auch heute noch eine gefürchtete Infektionskrankheit, welche über den direkten Kontakt mit infizierten Tieren übertragen wird. 

Die Staube war in der Vergangenheit recht verbreitet und eine Vielzahl von Hunden fiel ihr zum Opfer. Eines der Symptome der fortgeschrittenen Staupe ist eine übermäßige Verhornung der Nase. Grundsätzlich wird die Hundenase dabei hart und trocken. Zudem kommt es zum Nasenausfluss. Früher nahm man an, dass eine kühle und nasse Nase ein gutes Zeichen dafür war, dass der Hund keine Staupe hatte.

Diese Krankheit kommt zwar auch heute noch vor, ist jedoch aufgrund von Impfungen zum Glück nicht mehr so weit verbreitet. Fakt ist, dass die Temperatur und Feuchtigkeit einer Hundenase nicht wirklich etwas über die Gesundheit aussagt.


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Zum Beispiel ist die Nase eines Hundes oft trocken oder warm, wenn er gerade aufgewacht ist, und das ist völlig normal. Um herauszufinden, ob der Hund Fieber hat, sollte immer ein Thermometer (am besten ein digitales für Kinder wie dieses von Amazon)* verwendet werden.

Die Normaltemperatur beim Hund liegt bei 37,8 °C bis 39 °C (rektal gemessen). Eine anhaltend trockene und verkrustete Nase kann jedoch durchaus ein Zeichen für ein Problem darstellen. Wenn dir ein ungewöhnliches Aussehen der Nase deines Hundes auffällt, dann solltest du dich schnell an einen Tierarzt wenden.

3. Ein alter Hund lern nichts mehr dazu

Hunde Mythen über Senior Hund
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Wir hören es immer wieder:. „Man kann einem alten Hund keine neuen Tricks beibringen.“ Wer alt ist, lernt nichts mehr dazu. Das ist aber so nicht richtig, denn oft steckt da einfach nur Sturheit dahinter.


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Natürlich wissen wir alle, dass Menschen in jedem Alter etwas lernen können, aber manchmal wollen sie es einfach nicht. Bei Hunden ist es nicht viel anders. Man muss jedoch wissen, dass, umso älter ein Hund ist, desto länger kann es dauern, bis er einen neuen Trick oder ein neues Kommando erlernt.

Hundebesitzer bemerkten wahrscheinlich, dass ihre älteren Hunde weniger Interesse an neuen Aktivitäten hatten und weniger auf ein Training reagierten. Fakt ist: Es ist zwar nicht leicht, einem älteren Hund neue Dinge beizubringen, aber es ist durchaus möglich.


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Was viele wohl nicht berücksichtigen, ist, dass ein älterer Vierbeiner nicht mehr so gut sehen und hören kann als früher. Außerdem hat er wahrscheinlich nicht mehr so viel Energie, wie ein junger Hund.

Wer einen Senior-Hund trainieren möchte, muss nun mal das Alter seines Vierbeiners respektieren und mehr Geduld aufbringen. Beachte jedoch, dass einige ältere Hunde an Demenz erkranken können und sich neue Informationen nicht mehr merken können.

4. Ein Hund, der mit der Rute wedelt, ist immer freundlich

Dieses Missverständnis könnte zu einem unangenehmen Hundebiss führen. Ja, Hunde neigen dazu, mit dem Schwanz zu wedeln, wenn sie glücklich und / oder aufgeregt sind. Das Bild des fröhlichen und glücklichen Hundes, der vor Freude mit einem Schwanz wackelt, das ist der Vierbeiner, welchen wir alle lieben.


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“Der wedelt mit dem Schwanz, der ist doch freundlich und wird nicht beißen.” Doch was viele nicht wissen, ist, dass es auch andere Gründe für das Wedeln der Rute gibt.

Fakt ist, dass die Körpersprache eines Hundes recht komplex ist und man daher nicht nur auf die Rute achten darf. Macht der Hund einen entspannten oder eher angespannten Eindruck? Zeigt er dir seine Zähne?


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Denn das Wedeln mit dem Schwanz kann auch Dominanz des Hundes ausdrücken. Hierbei wird oft der Kopf weit nach oben gestreckt, die Rute steht ebenfalls oben und wedelt nur langsam hin und her.Wichtig: Hier muss man unbedingt vorsichtig sein, da eine aggressive Reaktion des Hundes folgen könnte.

5. Ein Hundemaul ist sauber und ungefährlich

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Das höre ich schon, seitdem ich ein Kind bin. Wirklich verstanden hatte ich es nie, doch wenn es die Älteren so sagen, dann wird das ja schon so stimmen! Und so, wie ich als ein Kind, haben sich wohl die meisten Besitzer eines Hundes schon einmal das Gesicht von dem Vierbeiner lecken lassen.

Doch die Tatsache, dass Hunde sich nicht zweimal pro Tag die Zähne putzen können und zudem auch noch gerne einmal Hundekot zu sich nehmen, so ist es doch eher unwahrscheinlich, dass der Mund deines Vierbeiners sauber und ungefährlich für dich ist.


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Das Maul eines Hundes ist voller Bakterien, und ja, ein Hundekuss ist alles andere, als hygienisch. Auch, wenn es eher selten vorkommt, so kann das Lecken auch lebensbedrohliche Folgen haben.

Der Focus hat einmal darüber berichtet, wie sich eine Frau eine tödliche Krankheit zugezogen hat, nachdem ihr Hund sie im Gesicht geleckt hat. Den Artikel über gefährliche Bakterien im Hundemaul kannst du hier nachlesen.


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6. Zerr-Spiele machen Hunde aggressiv

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Es wird viel darüber debattiert, dass man mit dem Hund keine Zerrspiele (Tauziehen) spielen sollte, da es den Hund aggressiv machen soll. Viele glauben, dass das Zerrspiel Aggressionen oder ein dominantes Verhalten hervorruft oder verstärkt. Auch manche Hundetrainer sind heute immer noch dieser Meinung.

Man kann durchaus oft feststellen, dass einige Hunde sich so ins Spiel vertiefen, dass sie auch zu knurren beginnen. Es scheint natürlich, dass das Spiel aggressive Verhaltensweisen einfach verstärkt.

Tatsächlich ist die Wahrheit aber genau das Gegenteil. Viele Hunde spielen wirklich gerne Zerrspiele und daran ist auch nichts auszusetzen. Es ist ein toller Zeitvertreib und ein ausgezeichnetes mentales und körperliches Training für deinen Vierbeiner.


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Zerrspiele können sogar ein aggressives und dominantes Verhalten verringern, da der Hund eine Möglichkeit hat, seine überschüssige Energie, Stress und Emotionen abzubauen. Ein Ventil. Wir Menschen machen im Grunde das Gleiche, wenn wir ins Fitnessstudio gehen, Boxen oder einfach mal einen Befreiungsschrei herauslassen.

Fakt ist jedoch auch, dass man es nicht übertreiben darf. Wenn der Hund gewisse Grenzen überschreitet, dann muss man das Spiel am besten sofort einstellen. Doch egal, was man anstellt, der Hund wird dadurch nicht gleich automatisch aggressiv.


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Zerrspiele werden aber leider auch dazu verwendet, um einen Hund scharfzumachen. Er wird also darauf trainiert, auf Kommando zuzubeißen. Dies ist jedoch illegal und steht in Deutschland unter Strafe.

7. Knoblauch bei Hunden hilft gegen Zecken, Würmer und Flöhe

Das ist mein absoluter Lieblings Hunde Mythos. Knoblauch soll nämlich Zecken, Würmer und Flöhe vertreiben! Nichts, als ein Märchen, welches vor allem im Internet gerne verbreitet wird. Woher dieser Irrglaube stammt, lässt sich wohl nicht nachvollziehen.

Doch Fakt ist, dass Knoblauch zum Zwiebelgewächs gehört und somit sogar giftig für Hunde ist. Zwiebeln und Knoblauch enthalten Disulfide, welche eine Blutarmut beim Vierbeiner entwickeln können. Mehr über giftige Lebensmittel für Hunde kannst du übrigens hier nachlesen. 

Selbst, wenn Knoblauch nicht giftig wäre, so kann man sich nur schwer vorstellen, dass Würmer (denen selbst die Magensäure nichts anhaben kann) sich aus dem Staub machen, nur weil der Hund etwas Knoblauch frisst.

Und dann selbst, wenn dem Wurm der Knoblauchgeruch “stinken” würde und dieser sich aus dem Staub machen wöllte, würde er dann einfach wieder aus dem Magen des Hundes “hüpfen”? Wohl kaum. Und auch Zecken und Flöhe werden sich von dem “Knoblauch-Gestank” nicht abhalten lassen. Zecken haben nämlich gar kein Geruchsorgan. 

Und auch, wenn der Hund so viel Knoblauch fressen würde, dass chemische Verbindungen im Blut nachweisbar wären und der Zecke nicht schmecken würden, um das herauszufinden, müsste diese ja erst einmal den Hund stechen, damit sie an das Blut gelangt.

Knoblauch hilft vielleicht gegen Vampire, dem Hund jedenfalls schadet es mehr, als das es im irgendwie helfen würde! Was ist dein „Lieblings-Mythos“ über Hunde? Lass es uns weiter unten in den Kommentaren wissen. Wir und andere Leser würden sich freuen!


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