Hundepflege: Naturkosmetik statt Chemiekeule

Hundepflege

Das Thema Hundepflege kommt bei den Haltern eher selten zur Sprache. Am ehesten noch dann, wenn sich der geliebte Vierbeiner in einem Naturdeo gewälzt hat, das ölfaktorisch den menschlichen Vorstellungen trotzt. Oder aber, wenn Zecken und Flöhe auf dem Vormarsch sind. Sonst sind Hundeshampoos oder -Seifen nicht der Rede wert, Naturkosmetik für Hunde schon gar nicht. Dabei hat natürliche Fellpflege nichts mit verwöhnten tierischen Gören zu tun – sondern mit der Gesundheit.

Das Gros der im Fachhandel verfügbaren Hundeshampoos basiert auf der gleichen, chemiegetränkten Rezeptur wie die Billig-Spülseifen bei Discountern: nichts, was die Hundehaut gut verträgt. Die gefährlichen Substanzen können nicht nur die Haut austrocknen und schuppig machen, sondern auch Allergien auslösen, Hormonhaushalt beeinflussen oder gar Krebsrisiko erhöhen. Wer die Chemiekeule auf Hundefell vermeiden will, findet heutzutage zahlreiche unbedenkliche Alternativen.

Hundeshampoos: Gleiche Rezeptur, unterschiedlicher Preis

Anders als früher ächzen die Regale der großen Haustiermärkte heutzutage unter der Last der vielen Pflegemittel für Haustiere. Ins Auge springen zahlreiche Hundeshampoos für helles und dunkles, langes und kurzes, glattes und lockiges Haarkleid.

Anzeige

Riskiert man aber einen Blick auf das Etikett, wird einem oft bange: Die meisten der im Fachhandel erhältlichen Pflegemittel – unabhängig von ihrem Preis – greifen zu den billigsten Tensiden, synthetischen Konservierungsmitteln und kritischen Parabenen.

Womit aber vorne geworben wird, ist „Aloe Vera“, „Teebaumöl“, „Blaubeer-Muffin-Duft“ oder „Kamille-Extrakt“. Mehr Schein als Sein.

Gesetze für Hundeshampoo und WC-Reiniger sind gleich

Nach den geltenden Gesetzen unterliegen Hundeprodukte nicht der für Humanpflegeartikel gültigen Kosmetikverordnung, sondern fallen unter das Wasch- und Reinigungsmittelgesetz (WRG) und die Detergenzienverordnung.

LESE AUCH:  Hunderasse Siberian Husky: Eine detaillierte Rassenbeschreibung

Da Hundeshampoos und -seifen überwiegend an Tieren und nicht an Menschen angewendet wenden, gibt es auch keine Bestrebungen, Tierprodukte in die Kosmetikverordnung einzuschließen.

Damit haben die Produzenten freie Hand in der Wahl ihrer Rezepturen, die in aller Regel auf Substanzen zurückgreifen, die auf Hundehaut nichts zu suchen haben.

In Humankosmetika sind bestimmte Parabene wie Isopropyl-, Isobutyl-, Phenyl-, Pentyl- und Benzylparaben sowie Salze von Isobutylparaben bereits seit Oktober 2014 verboten. Doch was bei Menschen Krebs auslösen kann, ist sicher auch für Tiere gefährlich.

Billig-Tenside, Konservierungsmittel und Parabene

Sehr viele gängige Hundeprodukte enthalten chemische Konservierungsstoffe wie z. B. Ethyl- oder Methylparabene, die im Verdacht stehen das Brustkrebsrisiko zu erhöhen.

Parabene können Allergien beim Hund auslösen und zählen zu den hormonell wirksamen Chemikalien. Viele konventionelle Hundeshampoos enthalten auch aggressive Tenside, darunter Sodium Laureth Sulfat und Sodium Lauryl Sulfat.

Diese waschaktiven Substanzen trocknen die Haut des Hundes stark aus und verursachen häufig allergische Reaktionen und Juckreiz. Die synthetischen Tenside haben entfettende und schaumbildende Wirkung und sind sehr günstig in der Herstellung.

Als gesundheitsschädlicher Allergieauslöser wiederum gilt der Konservierungsstoff Bronidox (5-Bromo-5-Nitro-1,3-Dioxan). Die PEGs (Polyethylenglykole), ähnlich wie Silikone, weichen die Zellwände auf und begünstigen so das Eindringen schädlicher chemischer Stoffe in den Hundekörper.

Künstliche Aromen und der pH-Wert

Neben den einzelnen bedenklichen Bestandteilen der Hundeshampoos spielt auch der richtige pH-Wert eine große Rolle: Menschliche Shampoos oder solche, die mit „pH-hautneutral“ werben, sind für die Vierbeiner viel zu sauer und können die Haut stark austrocknen und schuppig machen.

Belastend sind ebenfalls die kreativ-künstlichen Aromen, die – ganz klar! – für das menschliche Riechorgan bestimmt sind, die aber auf die sensible Hundenase zu penetrant, ja abstoßend wirken.

LESE AUCH:  Öko-Hund: Fünf Tipps für sicheres Hundespielzeug

Natürlich geht’s immer Für all diese Stoffe gibt es natürliche Alternativen, die weder hautunfreundlich noch umweltschädlich sind.

Ein aufmerksamer Hundehalter findet auf dem Markt gute Marken, die sich auf Naturkosmetik für Hunde spezialisieren, wie etwa die bayrische Manufaktur von „Lila loves it“, die bei ihren Therapieprodukten auf Hyaluronsäure setzt.

Das verbreitete Polysaccharid beschleunigt die Wundheilung, unterstützt den Aufbau neuer Hautstrukturen, verbessert die Zellaktivität und wirkt antientzündlich.

Mit seiner außergewöhnlich starken Fähigkeit, 7000-fach Wasser zu binden – bis zu sieben Liter Wasser pro Gramm also – verbessert Hyaluron den Feuchtigkeits- und Nährstoffaustausch während der Wundheilung.

Auch „Wild Care“ oder „Hund & Herrchen“ verzichten auf Silikone, Parabene oder Stoffe auf Mineralölbasis. Hundepflege auch plastikfrei Wer ganzheitlich denkt und nicht nur den eigenen Hund, sondern auch die Umwelt im Auge behält, soll zu den festen Hundeshampoos greifen.

Diese Hundepflegeprodukte verzichten nämlich gänzlich auf Plastikverpackung und tragen damit zur Reduzierung der Plastikflut.

Führend auf dem Feld der natürlichen Hundeseifen ist die frauengeführte Manufaktur „Joveg“ in der Prignitz, die Vorreiterin unter den Naturkosmetika für Tiere, spezialisiert auf Allergiker, Bekämpfung von Parasiten und Pflege bei Ekzemen.

Auf kaltgepresste Bio-Pflanzenöle und liebevolle Handarbeit setzt auch die junge Marke „Küstenseifen“ aus Mecklenburg-Vorpommern.

Immer mehr Firmen mit Naturkosmetik für Menschen entdecken darüber hinaus auch Hunde oder Pferde als dankbare Abnehmer und erweitern ihr Sortiment um naturbelassene Tierprodukte.

Wissenswertes über Hundeshampoos

Chemische Substanzen in Hundeshampoos, die für Hundehaut (und für Menschenhaut) schädlich sein können:
• Formaldehyd (Alternative Begriffe: Quanternium-15, DMDM Hydantoin, Diazolidinyl
Urea, Sodium Hydroxymethyl Glycinate, 2-bromo-2-nitropropane-1,3-diol (Bromopol)
• Parabene (Alternative Begriffe: Butylparaben, Ethylparaben, Methylparaben, Propylparaben.)
• Propylene Glycol / PG (Alternative Begriffe: 1,2-Propandiol, Propylenglycoldicaprylat / Dicaprat, Propylenglycolidicapras, Propylenglykol)
• Anionische Tenside (Sodium Lauryl Sulfat (SLS), Ammonium Lauryl Sulfat (ALS), Sodium Laureth Sulfate (SleS), Sodium Myreth Sulfat, MIPA-Laureth Sulfat.
• Polyethylenglykole / PEG (Alternative Begriffe: Polyglykol, Polysorbate, Copolyol.
• Künstliche Farbstoffe
• Synthetische Duftstoffe
• DEA / Diethanolamin, MEA / Monoethanolamin, TEA / Triethanolamin (Alternative Begriffe:
DEA: Dihydroxydiethylamin, 2,2′-Iminodiethanol, 2,2′-Iminobisethanol (IUPAC), Aminodiethanol, Bishydroxyethylamin, DOLA MEA: 2-Aminoethanol (IUPAC), Ethanolamin, Aminoethanol, Aminoethylalkohol, Colamin, Olamin (INN)
TEA: Nitrilo-2,2N,2NN-Triethanol, 2,2N,2NN-Nitrilotriethanol, 2,2N,2NN-Nitrilotrisethanol,
Triaethanolamin-NG, 2-Aminoethanol, Tricolamin, Tromethanin und Trolamin
• Silikone (Alternative Begriffe: sämtliche Dimethicone, Cyclomethicone, Amodimethicone,
Polymethylsiloxan, Substanzen mit der Endung -cone oder -xane, Trideceth-12, Hydroxypropyl, Polysiloxane, Lauryl methicone copolyol Amodimethicone, Cetearyl methicone, Cyclopentasiloxane, Dimethiconol und Quaternium 80.

LESE AUCH:  Können Hunde schwitzen?

Fazit über natürliche Hundepflege

Wer seinem Hund nicht nur einen frischen Duft, sondern auch eine natürliche Fellpflege oder Parasitenbehandlung ohne gefährliche Chemikalien verpassen möchte, soll nicht auf laute Werbeversprechungen achten, sondern auf die offene Deklaration der Bestandteile.

Je naturnäher und einfacher ein Pflegemittel ist, desto sicherer und gesünder der Waschgang. Naturkosmetik für Hunde ist kein Etepete-Trend, sondern eine sichere und unbedenkliche Alternative auf dem sonst chemisch verseuchten Markt.

Teile mit Liebe

Mehr von Alles-Haustier

Kommentar verfassen

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.