Katze hat Durchfall: Ursachen und was zu tun ist

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Deine Katze hat Durchfall? Das kann in den besten (Katzen)Familien vorkommen. Erstmal kein Grund zur Panik, denn auch bei Tieren kann es immer mal wieder zu unkomplizierten Verdauungsstörungen kommen. Wie du dich in so einem Fall verhalten solltest und was für Sofortmaßnahmen du treffen kannst, erfährst du hier von uns. Durchfall bei Katzen ist erstmal eines: Furchtbar unangenehm.

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Für uns genauso, wie für das sauberkeitsliebende Katzentier. Eine einmalige Abweichung von der Norm muss aber niemanden nervös machen. Es gibt sehr viele Einflüsse, die Durchfall auslösen können. Manche dieser Ursachen sind harmlos und schnell zu bekämpfen, andere können jedoch Anzeichen einer ernstzunehmenden Krankheit sein. Aber erstmal der Reihe nach!

Wie erkenne ich, dass meine Katze Durchfall hat?

Relativ einfach – die Konsistenz des Kotes ist eine andere. Sie kann breiig, dünnflüssig oder sogar wässrig sein. Oftmals sieht man im Katzenklo dann aber auch nur einen größeren Klumpen. Damit du diesen nicht mit Urin verwechselst, solltest du dir die Klumpen im stillen Katzenörtchen immer etwas genauer ansehen. Aber auch der Geruch und die Farbe des Kots können abweichen. Es kann sogar Schleim oder Blut beigemengt sein.

Was sind Anzeichen für Durchfall bei der Katze?

Außer dass sich die Hinterlassenschaft in Farbe, Geruch und Konsistenz ändert, kann dir eine Verhaltensveränderung bei deiner Katze auffallen. Sie benutzt ihre Toilette zum Beispiel häufiger als sonst. Es kann auch vorkommen, dass dein armes Mäuschen so vom Durchfall überrascht wird, dass es schlichtweg an Ort und Stelle passiert und du den Durchfall in der Wohnung findest.

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Schmerzhafte Lautäußerungen können auftreten, während dein Kätzchen Durchfallkot absetzt. Vielleicht ist es schlapper als sonst und zieht sich zurück. Spätestens dann lohnt sich ein genauer Blick in die Katzentoilette. Denn manchmal findet man auch Würmer, viele Haare oder kleine Spielzeugteile darin. In diesem Fall wendest du dich bitte umgehend an deinen Tierarzt! Aber dazu später mehr.

Warum hat die Katze Durchfall?

Die häufigsten Ursachen für Durchfall bei Katzen sind Parasiten, Viren oder Bakterien. Mit Spulwürmern können sich Kitten beispielsweise bereits im Mutterleib anstecken. Dies gilt leider auch für den gefährlichen Katzenseuche-Virus, auch Parvovirus genannt. Er befällt erst die Lymphknoten der Tiere und breitet sich dann entlang lymphatischer Wege in den Darm und dann den restlichen Körper aus.

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Es kann zu schweren Durchfällen kommen, die fast immer mit einer starken Beeinträchtigung des Allgemeinverhalten einhergehen. Oft müssen solche Kätzchen als Notfallpatienten stationär in der Tierklinik aufgenommen werden. Durch die notwendige intensive Betreuung fallen so sehr schnell hohe Kosten an.

Wenn es um Durchfall geht, musst du aber auch an Sachen wie Stress, verdorbenes Futter (und das kann im Sommer ganz schnell gehen), organische Erkrankungen und Medikamentennebenwirkungen denken. Jeder der schon Antibiotika einnehmen musste hat vielleicht schon die unschöne „Nebenwirkung“ Durchfall erfahren müssen.

Außerdem gibt es auch noch das komplexe Thema der Futtermittelunverträglichkeiten und Allergien. Hier kann es neben Juckreiz auch zu Magen-Darm Störungen kommen. Auch, wenn deine Katze die Wohnungseinrichtung oder ihre Spielsachen „zum Fressen gern“ hat und unverdauliche Sachen abschluckt, kann dies Durchfall bei Katzen auslösen und im Unglücksfall zu einer Fremdkörpererkrankung führen.

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Auch eine Vergiftung durch (neue) Reinigungsmittel oder ungeeignete Zimmerpflanzen, sowie eine zu abrupte Futterumstellung können zu Verdauungsproblemen führen. Eine häufig vergessene Ursache könnte auch der Zahnwechsel deines Kitten sein, auch hier kommt es zu Veränderungen der Bakterienflora, was Durchfall auslösen kann.

Manchmal kann eine veränderte Kotkonsistenz auch Begleitsymptom bei einer ernstzunehmenden Krankheit, die der Niereninsuffizienz, einer Bauchspeicheldrüsenerkrankung, einer Schilddrüsenüberfunktion oder einem Lymphom sein. Diese organischen Erkrankungen gehören mitunter zu den häufigsten Katzenkrankheiten.

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Bei der Niereninsuffizienz beispielsweise treten harnpflichtige Substanzen in den Blutkreislauf über, was Übelkeit und Erbrechen auslöst. Durch die weitere Entgleisung des Stoffwechsels kann auch Durchfall auftreten. Bei der Schilddrüsenüberfunktion der Katze kommt es, wie der Name schon sagt, zur Überproduktion von Schilddrüsenhormonen.

Diese Hormone regeln eine Vielzahl an Abläufen im Katzen-Organismus. So beeinflussen sie unter anderem die Herzfrequenz und den Blutdruck. Doch auch die Darmmotorik wird durch Schilddrüsenhormone beeinflusst. So kann bei einer Überproduktion auch Durchfall auftreten.

Die Bauchspeicheldrüse ist als Produzent von Verdauungsenzymen maßgeblich an einer gesunden Verdauung beteiligt. Erkrankt diese, hat das erhebliche Auswirkungen auf dem Magendarmtrakt. Eine weitere ernstzunehmende Erkrankung, die mit Durchfall einhergeht, ist die IBD (inflammatory bowel disease). Hier kommt es zum Einwandern von Entzündungszellen in die Darmwände, die sich dadurch verdicken.

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In Folge kommt es zu einer massiven Störung der Verdauung. Die Nahrung kann nicht mehr richtig verdaut und aufgespalten werden. Gerade bei älteren Katzen muss leider auch an Darmtumore gedacht werden. Ein Beispiel für einen Tumor wäre das maligne gastrointestinale Lymphom der Katze.

Was kann ich tun, wenn die Katze Durchfall hat?

Erstmal solltest du dir überlegen, ob dir ein Auslöser einfällt. Gab es Stresssituationen für dein Kätzchen? War zum Beispiel ein deiner Katze unbekannter oder ungeliebter Hund (oder ein Kind) zu Gast? Bist du vielleicht gerade umgezogen oder gibt es einen neuen Lebenspartner? Warst du beim Tierarzt und bist länger mit der Katze Auto gefahren? Oder hast du ein neues Futter ausprobiert?

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In diesen Fällen sollte der Durchfall rasch vorüber sein und du solltest deine Samtpfote, wenn sie ansonsten frisch und munter ist, einfach etwas Ruhe gönnen. Was du aber in jedem Fall unterstützend beachten solltest ist, dass deine Katze die Flüssigkeit, die sich aufgrund des Durchfalls verloren hat, zusätzlich aufnimmt.

Es gibt viele Tipps und Tricks, wie du deine Katze zum Trinken anregen kannst. Mithilfe eines Wasserbrunnens*(Amazon) zum Beispiel. Desweiteren solltest du deinem Patienten leicht verdauliche Nahrung anbieten. Schwer verdauliche Kauartikel sowie rohes Fleisch sind bei Verdauungsproblemen tabu.

Ein gut bewährtes Hausmittel bei Magen-Darm ist selbstgekochte Schonkost wie zum Beispiel schonend gedämpftes Hähnchenfleisch mit wässrig gekochtem Reis und Karottenstückchen. Diese Diät ist leicht verdaulich, führt Flüssigkeit und Ballaststoffe zu. Um den angeschlagenen Darm nicht zu überfordern, biete deinem Patienten kleine Portionen (am besten löffelweise) davon an.

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Ein weiteres bewährtes Hausmittel ist die Zugabe von reiner Cellulose. Hier gibt es am Markt bereits eine Bandbreite an Produkten extra für Katzen. Da die Cellulose vom Körper nicht abgebaut wird fungiert sie als darmreinigender, wasserunlösicher Ballaststoff. Dadurch wird der Kot fester und voluminöser.

Wann soll ich meine Katze, die Durchfall hat, zum Tierarzt bringen?

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Spätestens, wenn der Durchfall länger als 3 Tage anhält, solltest du deinen Stubentiger zum Tierarzt bringen. Früher reagieren musst du, wenn es sich bei dem Patienten um ein Kätzchen handelt. Der kleine Organismus trocknet deutlich schneller aus und es kann innerhalb kurzer Zeit zu einer lebensbedrohlichen Situation kommen.

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Darum Kitten mit Durchfall immer dem Tierarzt vorstellen. Bei erwachsene Katzen mit Durchfall aber gutem Allgemeinbefinden darfst du durchaus erstmal auf Ursachenforschung gehen und Hausmittel wie Schonkost probieren.

Kommt zum Durchfall jedoch ein weiteres Symptom wie Erbrechen oder deutliche Abgeschlagenheit hinzu, solltest du zeitnah zum Profi. Nicht, dass dein Kätzchen austrocknet! Auch wenn du Blut, Parasiten oder Stücke von Spielzeugen in der Katzentoilette entdeckst, solltest du einen Tierarzt aufsuchen. Am besten bringst du auch gleich eine Kotprobe mit.

Welche Untersuchungen werden bei Durchfall durchgeführt?

Auf jeden Fall sollte der Kot auf Parasiten untersucht werden. Denn vor allem mäusejagende Freigänger leiden oft unter Bandwürmern. Hierzu wird der Kot entweder in ein spezialisiertes Labor geschickt oder der Tierarzt untersucht den Kot direkt in der Praxis. Vor allem bei jungen Tieren wird dein Tierarzt, deine Tierärztin auch auf Giardien (kleine Dünndarmparasiten) und Parvovirose (Katzenseuche Virus) testen wollen.

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Dafür kann ein Schnelltest direkt in der Ordination gemacht werden oder ebenfalls Proben in ein spezialisiertes Labor geschickt werden. Je nach Allgemeinbefinden können auch Blutuntersuchungen durchgeführt werden. Einerseits um organische Ursachen wie zum Beispiel eine Bauchspeicheldrüsenentzündung oder Schilddrüsenerkrankung auszuschließen, andererseits um den Hydrierungsstatus oder eine Entzündung festzustellen.

In manchen Fällen kann auch eine Röngtenstudie (Fremdkörpererkrankung) oder ein Ultraschall (IBD) nötig sein. Du solltest also darauf gefasst sein, dass gute Medizin auch gutes Geld kostet und man schnell im höheren dreistelligen Bereich landen kann. Aber wenn die Diagnose erstmal gestellt ist, steht einer erfolgreichen Therapie nichts mehr im Weg!

Braucht eine Katze, die Durchfall hat, Medikamente?

In vielen Fällen kann Durchfall ohne starke Medikamente behandelt werden. Es kann schon reichen, der Katze für 2–3 Tage kleine Mengen an Schonkost anbieten. Sollte der Durchfall anhalten und oder es deinem Kätzchen schlecht gehen, wird es Zeit dem/der Tierarzt/in einen Besuch abzustatten.

Diese/r kann mithilfe der von dir mitgebrachten Kotprobe zum Beispiel einen Parasitenbefall feststellen und diesen gegebenenfalls medikamentös behandeln. Man wird dir, nachdem einige Untersuchungen und Tests gemacht worden sind, zum Beispiel Prä- und/ oder Probiotika zur Unterstützung und dem Aufbau der aus dem Gleichgewicht geratenen Darmflora verschreiben.

Präbiotika wirken im Dickdarm. Sie regen dort das Wachstum von guten Darmbakterien an. In Probiotika sind diese Mikroorganismen bereits enthalten. Sollte das Kätzchen ausgetrocknet sein, wird es mit einer Infusion unterstützt werden. Antibiotika setzt der Fachmann bei Durchfall nur in sehr speziellen Fällen ein, da es die bereits angeschlagene Darmflora nur weiter unnötig schädigen würde. Sollte ein organisches Problem bei deinem Stubentiger festgestellt werden, können jedoch tatsächlich auch echte Medikamente und eine weitere Behandlung fällig werden.

Fazit zu Durchfall bei Katzen

Einmalig auftretender Durchfall ist keine Katastrophe. Mithilfe von Schonkost und Hausmitteln sollten unkomplizierte Verdauungsstörungen schnell in den Griff zu bekommen sein. Da Durchfall aber vielfältige Grundursachen haben kann, solltest du bei anhaltenden Symptomen dein Kätzchen mit zugehöriger Kotprobe beim Tierarzt vorstellen.

Aufgewachsen mit vielen tierischen Freunden im ländlichen Oberwölz in der Steiermark (Ö). Zum Studieren nach Wien gezogen. Fleißig studiert und 2013 mit Mag.med.vet mein Studium der Veterinärmedizin beendet. Seitdem als praktische Tierärztin tätig. Spezialgebiete: Innere Medizin und Schmerztherapie. Begeisterte Reiterin und stolze Pferdemama.

6 Kommentare

  1. Danke! Sehr verständlich für Katzenbesitzer geschrieben und sehr hilfreich für den Alltag mit Katzen😊

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