Katzen zusammenführen: Katze und Kätzchen in einem Haushalt

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Bild: @shutterstock.com

Welche Tipps helfen, Katzen zusammenzuführen? Wir als Katzenliebhaber bekommen nicht genug von den niedlichen Wesen, die uns den Alltag versüßen. Einen Haken gibt es jedoch für diejenigen, die eine neue Katze in ihren Haushalt integrieren möchten. Zum Beispiel: ein junges Kätzchen! Die Herausforderung ist unumstritten groß, denn Tiere markieren gerne ihr eigenes Revier. Auch konkurrieren sie gerne mal um unsere Aufmerksamkeit.

Kann das alles wirklich funktionieren? Worauf achten wir, wenn ein neues Familienmitglied im bestehenden Kreis aufgenommen wird? Damit die neue Situation für alle Beteiligten ein voller Erfolg wird, haben wir die wichtigsten Informationen über die Katzenzusammenführung zusammengefasst.

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Vor der Zusammenführung auf die Gesundheit der Katzen achten

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Katze hat Flöhe – Bild: julia-kobzeva/@shutterstock.com

Wer sich für ein Kätzchen entscheidet, überprüft den gesundheitlichen Zustand des Tieres. Gleiches gilt für eine ältere Katze. Vor dem Zusammenführen der beiden Katzen sollten wir uns folgende Fragen beantworten: Sind alle nötigen Impfungen vorgenommen worden? Besteht die Gefahr einer übertragbaren Krankheit für eines der beiden Katzen? Welche (besonderen) gesundheitlichen Maßnahmen müssen getroffen werden?

Übrigens: Tierverbände empfehlen eine Impfung ab der achten Woche, wenn es sich um ein Neugeborenes handelt – besser bekannt als „Grundimmunisierung“. Wann diese fällig wird und in welcher Woche sie jedoch individuell empfohlen wird, hängt von den jeweiligen Blutwerten einer Babykatze ab.

Wer sich also für ein frisches Kätzchen entscheidet und dieses mit dem geliebten Weggefährten zusammenführen möchte, das schon eine Weile bei uns lebt, achtet auf den allgemeinen Gesundheitszustand beider Tiere.

Katzen Charaktere – so erkennen wir, ob sie harmonieren

Ein wesentliches Merkmal für ein erfolgreiches Zusammenleben: Charakterzüge der Tiere, die miteinander harmonieren. Treffen zwei verspielte Katzen aufeinander, kann das im Alltag zwar ein großes Chaos ergeben. Trotzdem ist es wahrscheinlich, dass sie ihre Neigung zur Neugier ausleben, ohne sich auszubremsen.

Als Vergleich: Eine ältere Katze, die sich nach Ruhe und „Privatsphäre“ sehnt, könnte schnell genervt sein von einem jungen, hibbeligen Kätzchen, das plötzlich die gewohnte Gegend unsicher macht. Wie können wir also sichergehen, dass das nicht zum Problem wird?

Wer eine ältere Katze besitzt, die sich gerne alleine beschäftigt und nicht unbedingt auf der Suche nach neuen Freundschaften ist, achtet auf eine passende Auswahl der neuen Katze. Das neue Familienmitglied sollte idealerweise ebenfalls ruhigere Wesenszüge besitzen – trotz des jüngeren Alters.

Dominante Katzen, die gerne ihr Revier markieren, sind genauso anspruchsvoll. Hier hilft es, wenn wir dafür sorgen, dass keine Katze zu kurz kommt. Heißt: Besitzt das eine Kätzchen eigenes Spielzeug, bekommt auch die andere Katze einen Ball, eine Katzenangel oder eine Spielmaus. Besonders hilfreich ist diese Methode, um Konkurrenzverhalten erfolgreich entgegenwirken zu können und den Tieren zu zeigen, dass sie auf gleiche Weise wertgeschätzt werden.

Vorbereitung auf das neue Kätzchen

Keinesfalls sollten Katzenhalter ihre Tiere überfordern und ins kalte Wasser werfen. Eine langsame Vorgehensweise ist die richtige Wahl. Zu Beginn wird für beide Katzen ein eigener Raum geschaffen. Vor der Katzenzusammenführung sollte beiden Haustieren die Möglichkeit geboten werden, dass sie sich beschnuppern und sich an den neuartigen, fremden Geruch gewöhnen.

Eine Raumtrennung ist jetzt sinnvoll. Befindet sich die erwachsene Katze in einem anderen Raum, kann das neue Kätzchen erst einmal die Umgebung kennenlernen und riechen. Anschließend darf das reife Kätzchen an unseren Händen schnuppern, um sich daran zu gewöhnen, dass eine neue Katze im Haus ist.

Hier gehen wir besonders behutsam vor: Die beiden Stubentiger treffen noch nicht aufeinander. Erst erhalten sie eine kleine Nascherei, um die neue Situation als etwas Positives einzuordnen. Es kann etwas dauern, bis die Tiere sich an den Geruch gewöhnen.

Erst danach sollten sie sich persönlich kennenlernen. Zwar garantiert das langsame Beschnuppern nicht, dass die Katzen beim ersten Aufeinandertreffen anfauchen und angreifen. Die Konfrontation gehört jedoch dazu – es ist nichts, was auf ein auffälliges Verhalten hindeutet. Wie ordnen wir das Verhalten jedoch richtig ein? Das haben wir im nächsten Abschnitt zusammengefasst!

So verhält sich eine erwachsene Katze typischerweise

Obwohl die liebenswerten Fellknäuel auch anschmiegsam und harmoniebedürftig sein können, zeichnen sich die meisten Mini-Tiger durch ihr territoriales Verhalten aus. Erwachsende Katzen sind also nicht von „Grund auf böse“ oder schikanieren aus Lust und Laune – ein Punkt, den wir als Katzenfans manchmal übersehen, wenn wir ein Katzenbaby schützen wollen.

Reifere Katzen sind erfahren und wissen, wie sie ihr Revier am besten markieren. Bei diesem typischen Verhalten ist also viel Geduld gefragt. So erkennen wir, dass erwachsene Katzen ihr Territorialverhalten ausleben: Sie sind schnell gereizt. Sie verhalten sich eifersüchtig und besitzergreifend dem Halter gegenüber. Katzen demonstrieren ihre Macht durch „körperliche“ Überlegenheit.

Wer darauf Rücksicht nimmt und einfühlsam ist, kann seine Katze schnell beruhigen und ihr zeigen, dass es keinen Grund zur Beunruhigung gibt. Wichtig ist, dass wir diese typischen Merkmale nicht als etwas Abnormales betrachten, die Geduld verlieren und auf die Bedürfnisse des Tieres eingehen. Nur so spürt das Tier, dass es immer noch willkommen ist und nicht ersetzt wird.

So verhält sich das Kätzchen

Kätzchen und junge Katzen erkunden ihre Umgebung, sind meist neugierig und verspielt. Es gibt aber auch die ruhige Sorte, die gerne allein bleibt und empfindlich auf neue Situationen, Tiere und Menschen reagiert. Ein „zickiges“ Verhalten ist keine Seltenheit.

Jetzt ist Feinfühligkeit gefragt. Damit sie sich an uns gewöhnen und auch das ältere Tier mit dem nötigen Respekt begegnen, sind Regeln ein Muss. Weil die kleinen Wesen so süß wirken und unsere Herzen im Sturm erobern, wecken sie automatisch den Beschützerinstinkt in uns.

Wichtig ist, dass die erwachsene Katze nicht darunter leidet, ihre Habseligkeiten behalten darf und nicht auf unsere Wertschätzung verzichten muss, weil sie nur noch eine geteilte Aufmerksamkeit erhalten.

Katzen zusammenführen läuft gewaltig schief – was tun?

Natürlich kann es passieren, dass das Kennenlernen im Desaster endet. Schließlich handelt es sich bei den Samtpfoten um natürlich konkurrierende Tiere. Das sollte uns trotzdem nicht abschrecken, auch wenn wir unsere Entscheidung zunächst bezweifeln. Wer merkt, dass die kleinen Tiger sich auch nach mehreren Tagen noch nicht leiden oder riechen können, sollte ihnen die Gelegenheit bieten, dass sie das jeweilige Verhalten der Konkurrenz kennenlernen dürfen.

Offene Zimmertüren, jedoch verschlossene Käfige – eine Option, um sich gegenseitig und in Ruhe beobachten zu können. Auf diese Weise merken beide Tiere, dass keine Gefahr vom anderen Tier ausgeht und sie sogar Spielgefährten werden könnten. Spielerisches Verhalten und eine enge Kameradschaft sind jedoch nicht ein „Muss“ bei ihnen. Viele Tiere bleiben lieber für sich, stören sich aber bald nicht mehr an der Anwesenheit eines neuen Lebewesens.

Und was ist mit dem „Welpenschutz“?

Wir Menschen gehen häufig davon aus, dass Babys einen besonderen Welpenschutz genießen. Bei Katzen ist es etwas anders: Sobald das Kätzchen reif ist und nicht mehr auf die Mutter angewiesen ist, ist es schnell vorbei mit der Geborgenheit und Sicherheit für die Kleinsten.

Es handelt sich auch hierbei um ein typisches Merkmal der meisten Katzen. Deshalb können wir also nicht im Allgemeinen davon ausgehen, dass ein Katzenbaby besonders herzlich von einer erwachsenen Katze begrüßt wird. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel.

Tipp: Wer sich vor der Situation fürchtet, auf eine neue Katze jedoch nicht verzichten möchte, kann sich im Tierheim umschauen. Der Vorteil ist, dass die samtweichen Tiger bereits sozialisiert sind. Andere Tiere sind also keine fremdartige Überraschung für sie.

Umso wahrscheinlicher ist ein gelassenes Verhalten von Kätzchen, die nicht aus einer isolierten Umgebung kommen, sondern sich auch in Gesellschaft wohlfühlen. Plus: Die „heimatlosen“ Tiere freuen sich natürlich über ein neues Zuhause, wenn wir sie liebevoll aufnehmen und ihnen eine sichere, vertrauensvolle Umgebung bieten. Ob sie charakterlich mit unserer erwachsenen Katze harmonieren, sollten wir jedoch nicht außer Acht lassen.

Checkliste für die alte und neue Katze:

  • mögliche Krankheiten kennen
  • Impfungen vornehmen lassen
  • Spielzeug, Futternäpfe, Decken, Kamm/Bürste besorgen
  • Schlafplatz einrichten
  • Kennenlernen erst durch Beschnuppern einleiten
  • Katzen die nötige Aufmerksamkeit schenken, nicht zu kurz kommen lassen

Fazit zu Katzen zusammenführen

Ein Kätzchen mit einer erwachsenen Katze zusammenführen – eine Herausforderung, die mit der richtigen Vorbereitung kein Hindernis sein dürfte. Katzenfreunde sollten sich darüber bewusst werden, dass ein eifersüchtiges Verhalten zu Beginn ganz normal ist. Die niedlichen Haustiger reagieren meist empfindlich auf die neue Situation und markieren ihr Revier. Ist die erste Phase des Kennenlernens überstanden, kann eine harmonische Zeit mit den niedlichen Wesen beginnen.