Krebs beim Hund: Tierärztin erklärt

Krebserkrankungen der inneren Organe beim Hund

Tumore der inneren Organe werden oft spät erkannt oder, wenn man Glück hat, frühzeitig als Zufallsbefund bei anderen Erkrankungen diagnostiziert. Das Blutbild gibt oft leider nur Hinweise auf ein tumoröses Geschehen.

Krebserkrankungen der inneren Organe oder auch des Gehirns haben meist das Problem, das der Tumor selbst keine Schmerzen oder Probleme auslöst, sondern erst, wenn er auf benachbarte Gewebe drückt oder die Funktion des erkrankten Organs einschränkt. Meist ist der Krebs dann schon recht weit fortgeschritten und die Therapie gestaltet sich recht aufwendig.

Gehirntumor beim Hund

Meist ist es eher zweitrangig, ob der Gehirntumor gut- oder bösartig ist, da allein das platzfordernde Geschehen problematisch ist. Gehirntumore können zu Verhaltensänderung oder epileptischen Anfällen führen.

Wenn durch den Tumor Druck auf die Hirnhäute ausgeübt wird, kann es auch zu Kopfschmerzen kommen, welche sich zum Beispiel dadurch äußern könnten, dass dein Hund den Kopf gegen Wände drückt.

Gehirntumore können oft erst im CT oder MRT entdeckt werden und ein Entfernen ist oft sehr schwer oder gar nicht erst möglich. Oft kann nur eine Verbesserung der Lebensqualität durch die Kontrolle der Schmerzen oder der Krampfanfälle versucht werden.

Milztumor beim Hund

Sowohl gut- als auch bösartige Milztumore beherbergen das Risiko der Ruptur, sprich das Zerreißen des Gewebes. Die Milz ist sehr gut durchblutet und von einer Kapsel umgeben. Reißt der Tumor kommt es zu einer starken Blutung, die von der Kapsel eventuell noch begrenzt werden kann.

Meist reißt diese jedoch auch und der Hund kann innerhalb von kurzer Zeit verbluten. Bei einem Milztumor sollte die Entfernung der Milz also zeitnah erfolgen. Gerade in Anbetracht dessen, dass Hunde ein Leben ohne Milz sehr gut verkraften.

Um die Prognose für das weitere Überleben stellen zu können, sollte ein Röntgenbild angefertigt und der Tumor zur Differenzierung im Labor untersucht werden. Milztumore metastasieren leider gerne in die Lunge und können dort dann zu massiven Problemen führen. Besonders Hämangiosarkome beim Hund sind sehr aggressiv und metastasieren früh. Sie sind besonders am Herzen und in der Milz zu finden.

Lymphom

Das Lymphom kann aufgrund der meist allgemein angeschwollenen Lymphknoten auch bei einer Routineuntersuchung ganz gut erkannt werden. Ein regelmäßiges Abtasten der Lymphknoten, zum Beispiel der Kiefer-, Bug- oder Kniekehllymphknoten kannst auch du machen und so Veränderungen schnell erkennen und dementsprechend schnell handeln.

Allerdings ist nicht jeder geschwollene Lymphknoten gleich ein Lymphom. Bei einem Infekt schwellen einige, je nach Ausprägung des Infekts auch alle Lymphknoten ebenfalls an, da das Immunsystem vermehrt arbeitet.

Erst, wenn bestimmte Zellen des Immunsystems entarten spricht man von einem Lymphom. Es können auch andere Gewebe als die Lymphknoten betroffen sein, wie zum Beispiel die Lunge, der Darm oder die Haut.

Es gibt verschiedene Arten von Lymphomen, abhängig von der Zelllinie (T-Zellen oder B-Zellen), welcher sie entsprungen sind und darauf basierend verschiedene Schweregrade. Viele Lymphome sprechen jedoch gut auf Chemotherapeutika an und die Lebensqualität kann massiv und oft auch lange verbessert werden.

Magen und Darm

Magengeschwüre sind trotz ihres Namens „Geschwür“ wie in Krebsgeschwür, meist keine Krebserkrankung im Sinne dieses Artikels, sondern eine Defekte Stelle in der Magenschleimhaut.

Oft werden diese Magengeschwüre, auch Magenulzera genannt, durch eine Übersäuerung durch Stress oder unverträgliches Futter ausgelöst. Sie können aber auch unbehandelt viel Schaden anrichten und die Symptomatik kann einer echten Krebserkrankung stark ähneln.

Echte Magentumore sind meist bösartig aber zum Glück eher selten. Eine endoskopische Untersuchung bei Futterverweigerung, Erbrechen oder anderen Auffälligkeiten beim Fressen kann ratsam sein, um Veränderungen der Magenwand zu erkennen.

Je nach Tumorart ist die Chirurgie oder Chemotherapie oder eine Kombination die Therapie der Wahl. Ebenso verhält es sich bei Tumoren des Darmes. Im Gegensatz zum Magen kann der Darm jedoch nicht so einfach endoskopisch untersucht werden.

Hier werden meist indirekte Verfahren, wie die Ultraschalluntersuchung auch in Kombination mit einer Röntgenuntersuchung, CT oder MRT oder direkte Verfahren, wie die diagnostische Laparotomie/-skopie zur Diagnostik genutzt. Die Laparotomie ist die chirurgische Eröffnung und Untersuchung der Bauchhöhle. Die Laparoskopie bedient sich dazu der minimalinvasiven Chirurgie.

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