Krebs beim Hund: Tierärztin erklärt

Lungenkrebs beim Hund

In der Lunge können, wie überall, primäre oder sekundäre Tumore (Metastasen) auftreten. Die Art des Tumors kann dementsprechend sehr variabel sein. Auf dem Röntgenbild stellen sich Lungentumore als helle Bereiche im sonst dunklen Lungengewebe dar, der Tierarzt spricht von „Verschattungen“.

Da einige Krebsarten in die Lunge streuen, ist eine Röntgenuntersuchung der Lunge immer ratsam, um die Heilungsaussichten und die Überlebenszeit und auch die Lebensqualität besser einschätzen zu können. Außerdem kann nur so entschieden werden, ob eine Operation überhaupt sinnvoll und möglich ist.

Die Entfernung von Lungentumoren (egal ob als Primärtumor oder Metastaste) ist nicht ganz einfach und nicht jede Klinik ist für eine Operation am offenen Brustkorb ausgestattet.

Knochen

Auch die Knochen können von Krebs betroffen sein. Diese Tumore sind hochschmerzhaft und metastasieren gerne in die Lunge, aber auch in andere Knochen oder Organe. Die betroffenen Knochen weisen oft eine Schwellung auf und können spontan, also ohne äußere Krafteinwirkung, brechen. Besonders betroffen sind Hunde großer Rassen.

Die Therapie sollte sehr frühzeitig und aggressiv erfolgen. Sie umfasst oft die Amputation der betroffenen Gliedmaße und eine anschließende Chemotherapie. Aber auch die Bestrahlung kann versucht werden.

Überleben trotz Tumorerkrankung und Fazit zum Krebs beim Hund

Wie lange ein Hund mit einer Tumorerkrankung überleben kann, ist sehr unterschiedlich und von vielen Faktoren abhängig: Um welche Art von Tumor handelt es sich? Es gibt sehr aggressiv wachsende bösartige Tumore und langsam nicht-infiltrativ wachsende gutartige Tumore.

Dadurch kann die Überlebenszeit von wenigen Wochen bis zu mehreren Jahren betragen. Auch die Lage des Tumors ist ein wichtiger Punkt: hat der Tumor Platz zu wachsen (zum Beispiel in der Haut) oder kann das umliegende Gewebe nicht ausweichen (zum Beispiel das Gehirn) oder aber kann das Gewebe selbst reißen (zum Beispiel Milz oder Herz)?

Je mehr Platz der Tumor hätte und je weniger das umliegende Gewebe Schaden genommen hat, umso einfacher ist die Therapie. Auch die chirurgische Entfernung ist erfolgversprechender, wenn viel vom umliegenden Gewebe entfernt werden kann, um auch sicher alle entarteten Zellen entfernen zu können.

Und natürlich hat der allgemeine Zustand des Hundes einen Einfluss auf die Überlebenszeit. Je später der Krebs festgestellt wird bzw. je mehr Probleme schon aufgetreten sind, umso schwieriger wird die Therapie.

Die Prognose, das heißt die Einschätzung der Heilungschance bzw. der Überlebenszeit, kann dein Tierarzt am besten Stellen, wenn eine Probe oder der gesamte Tumor nach Entfernung im Labor untersucht wird und alle Informationen (Lage, Qualität, Ausdehnung) bekannt sind.

Die Diagnose „Krebs“ heißt also noch lange nicht, dass du dich von deinem Liebling verabschieden musst. Eine Therapie ist in vielen Fällen jedoch mit einigen Kosten, auch schnell im vierstelligen Bereich, verbunden, sodass sich eine Tierkrankenversicherung in diesem Hinblick immer lohnt.

Die letzte Hilfe für den leidenden Hund

Sollte die Tumorerkrankung jedoch nicht nur bösartig sein, sondern eine Therapie keine Verbesserung der Lebensqualität deines Hundes bringen, so solltest du deinem treuen Gefährten die letzte Hilfe nicht verwehren. Im sogenannten Endstadium einer Krebserkrankung, gibt es medizinisch nichts mehr, um die Lebensqualität zu verbessern und sowohl der Besitzer als auch der Tierarzt sind machtlos.

Starke Medikamente können manchmal noch einige Tage Verbesserung bringen, doch in diesen Fällen ist die Euthanasie (aktive Sterbehilfe) leider oft der letzte Dienst, den wir unseren Haustieren noch erweisen können, um ihnen unnötiges langes Leiden zu ersparen.

Ich habe in solchen Fällen oft das Gefühl gehabt, als würden die Tiere im Beisein ihres geliebten Besitzers loslassen und als würden sie den Tod dankbar annehmen. Wenn dein Tierarzt die Euthanasie anspricht, warte bitte nicht zu lange mit der Entscheidung. Sie ist immer schwer, aber keiner hat es verdient zu leiden und unseren Tieren können wir die letzte Reise zumindest erleichtern. Lese als nächstes unseren Beitrag über Hund einschläfern, welchen du hier findest.

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