Öko-Hund: Fünf Tipps für sicheres Hundespielzeug

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Vor dem Kauf eines neuen Hundespielzeugs wandert der Blick umweltbewusster Halter immer häufiger in Richtung Beschaffenheit. Doch eine Deklaration der Bestandteile suchen sie bei den meisten Spielsachen aus dem Fachhandel vergeblich: Es existiert kein Gesetz, das die Zusammensetzung beim Hundezubehör reglementiert. Wir verraten dir, worauf zu achten ist, wenn du auf der Suche nach einem Öko-Hundespielzeug bist.

Anders als beim Kinderspielzeug, für das strenge Grenzwerte für bestimmte gefährliche Substanzen gelten, befindet sich Hundespielzeug im rechtlichen Niemandsland. Die Hersteller sind weder verpflichtet auf bestimmte Chemikalien zu verzichten, noch die einzelnen Bestandteile aufzulisten, geschweige denn vor ihrer gesundheitsgefährdenden Wirkung zu warnen. Wer auf Nummer sicher gehen will, muss beim Öko-Hundespielzeug auf Produzenten ausweichen, die freiwillig auf kritische „Zutaten“ verzichten.

1. So kannst du gefährliches Hundespielzeug erkennen

Doch wie – wenn nicht über eine offene Deklaration – kannst du ein bedenkliches von einem Öko-Hundespielzeug unterscheiden? Da es keine gesetzlichen Regeln gibt oder die europäischen Vorschriften im außereuropäischen Ausland nicht gelten, ist eine gesunde Skepsis und etwas Kombinationsfähigkeit gefragt. Die Kriterien, an denen du dich orientieren kannst, sind:

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Der Preis

Ein unverschämt niedriger Preis kommt zustande, wenn die Produktion günstig ist. Das ist der Fall, wenn die Arbeitskraft kaum etwas kostet und die verwendeten Bestandteile billig herstellbar sind.

Synthetische, oft gefährliche Substanzen gehören in aller Regel dazu. Finger weg von Billig-Ramsch! Im Umkehrschluss ist allerdings teures Hundespielzeug nicht automatisch sicher und nachhaltig!

Das Herkunftsland

Nicht alles, was aus China & Co. kommt, ist gefährlich oder minderwertig – das wäre eine unfaire Behauptung. Doch eine zuverlässige Kontrolle der Produktionsbedingungen ist im Fernost kaum möglich. Weiche lieber auf ein Produkt, das in der EU entstanden ist.

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Der Geruch

Chemisch belastete Hundespielzeuge strömen meist einen stark künstlichen, gar beißenden Geruch aus. Wenn schon der Mensch die Nase rumpft, was muss der Hund als Geruchsexperte empfinden? Lass das Spielzeug lieber links liegen, wenn es stinkt!

Zusätzliche Informationen für sicheres Hundespielzeug

Wirbt der Produzent mit Merkmalen wie „BPA-frei“, „ohne Weichmacher“, „ohne Giftstoffe“ oder ähnliches, muss er sich daran auch halten. Sei allerdings kritisch bei nebulösen Versprechungen und unkonkreten Angaben.

2. Öko-Hundespielzeug besteht nicht aus Plastik

Bei seiner Entwicklung eine Sensation, ist uns das Material heute zum Verhängnis geworden: Plastik. Jährlich landen rund zehn Millionen Tonnen Plastikmüll in den Weltmeeren und bleiben dort für weitere 400 – 500 Jahre.

Auch Mikroplastik verseucht die Böden, das Grundwasser und in der Konsequenz auch die Ozeane. Doch auch abgesehen von den verheerenden Folgen für die Umwelt, kann Hundezubehör aus Plastik direkte – und sehr ernste – Nebenwirkungen für den Hund haben.

Denn billig hergestellter Kunststoff enthält Industriechemikalien wie Phthalate, Bisphenol A – besser bekannt als BPA – sowie polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK).

Diese Substanzen reichern sich im Hundekörper an und können mit der Zeit ihre giftige Wirkung entfalten: Sie gelten als krebserregend und haben hormonähnliche Wirkung, beeinflussen also den Hormonhaushalt, was zu verschiedenen Krankheiten führen kann, wie Diabetes, Adipositas, Allergien sowie Autoimmunerkrankungen.

TIPP: Wenn es unbedingt Plastik-Hundespielzeug sein muss, suche im Handel nach ABS-Kunststoff (Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymer). Laut der Verbaucherzentrale schnitten Produkte aus ABS in Schadstofftests gut ab.

Wissenswertes über Hundespielzeug

Eine große Studie des österreichischen Vereins für Konsumenteninformation (VKI) hat 18 Hundespielzeuge aus Kunststoff unter die Lupe genommen und in ausnahmslos allen gefährliche Giftstoffe gefunden, zum Teil in extrem hoher Konzentration.

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Unter den getesteten Hunde-Accessoires waren beliebte Produkte großer Marken, darunter etwa der Kong Original. Zu den hartnäckigsten Übeltätern gehörten die krebserregenden polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK).

Seit 2015 gilt für acht PAK-Verbindungen ein Grenzwert von 1 mg/kg. Bei den getesteten Hundespielsachen lag der Wert teilweise um mehr als das Hundertfache höher.

Auch der hochproblematische Stoff DEHP (Diethylhexylphthalat), der im Spielzeug für Kinder unter drei Jahren bereits verboten ist, wurde bei der 2013 veröffentlichten Studie nachgewiesen.

DEHP schädigt die Fortpflanzungsfähigkeit und löst Krebs aus. Selbst das Industriegift Nonylphenol, das in Europa bereits seit 2003 auf dem Index steht, war in den getesteten Hundeprodukten enthalten.

Die meisten der Kunststoff-Spielies werden allerdings in Ländern wie China oder Indien produziert, die vor Nonylphenolen nicht zurückschrecken.

3. Greife beim Öko-Hundespielzeug auf die Natur zurück

Egal, ob du ein kauwutiges kleines Monster zu Hause oder einen sanften Gesellen hast, der sein Spielzeug einfach nur lieb hat und es im schlimmsten Fall einspeichelt.

Mittlerweile gibt es auf dem Markt zahlreiche Alternativen, die unbedenklich für den Hund und ungefährlich für die Umwelt sind. Dazu zählt Hundespielzeug aus Naturkautschuk, Bio-Wollfilz und Hanfschnur sowie ultraharte Kauwurzeln und Geweihstücke.

All diese Spielsachen sind naturbelassen und haben keine negativen Nebenwirkungen. So schützt du den Hund vor gefährlichen Giftstoffen und greifst auf nachwachsende Ressourcen zurück.

4. Öko-Hundespielzeug selber machen

Wer Freude am Basteln und etwas manuelle Fertigkeiten mitbringt, macht dem Hund eine große Freude mit selbstgemachtem Spielzeug.

Am besten eignen sich dafür einzeln gebliebene Socken, aus denen man Bälle machen kann, aber auch Stoffreste, die zu einem Schnüffelteppich umfunktioniert werden.

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Auch Wein- und Sektkorken in einem Karton gefüllt können zu einem begehrten Spielzeug mutieren, wenn Du dort Leckerli versteckst und den Hund suchen lässt.

5. Vermeide Tennisbälle, Stöcke und Steine

Ausrangierte Tennisbälle stehen immer noch als Hundespielzeug hoch im Kurs – zu Unrecht. Die raue, synthetische Oberfläche der Bälle muss extremen Anforderungen standhalten und ist abriebfest.

Auf die Hundezähne wirkt sie wie Schmirgelpapier und kann auf Dauer zu Beschädigungen des Zahnschmelzes führen. Tennisbälle enthalten auch chemische Weichmacher und sind mit Stickstoff gefüllt.

Auch Steine und Stöcke – obwohl rein natürlich – eignen sich nicht gut als Öko-Hundespielzeug. Steine können schnell die Zähne beschädigen und Stöcke sind durch die Splitter riskant.

Trägt ein Hund den Stock längs im Maul, kann es passieren, dass das Holzstück in den Hals gerammt wird, wenn der Vierbeiner stolpert.

Fazit zum Öko-Hundespielzeug

Wer mit wachen Augen durch das Shopping-Universum geht, wird bei der Suche nach sicheren Hundespielsachen schnell fündig. Mittlerweile gibt es zahlreiche Manufakturen, die sich auf Öko-Hundespielzeug spezialisieren.

Achte auf die Herkunft, den Preis, die Produktbeschreibung und den Geruch – alles kombiniert ergibt eine gute Marschrichtung.

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