7 mögliche Gründe für ständiges Pfotenlecken bei Hunden

Dein Hund leckt seine Pfote und du wunderst dich, was die Gründe und Ursachen sein könnten? Pfotenlecken beim Hund ist grundsätzlich nichts Ungewöhnliches und bis zu einem gewissen Grad auch normal. Doch wenn dein Vierbeiner sich ständig die Pfoten leckt, dann kann dies ebenfalls auf ernsthafte gesundheitliche Probleme hindeuten.

Auch Verhaltensprobleme, wie Langeweile und Trennungsangst, können ein Grund für das übermäßige Lecken der Pfote beim Hund sein. Während es normal ist, dass Hunde ihre Pfoten hin und wieder lecken und pflegen, deutet ein exzessives Lecken oft auf ein zugrunde liegendes Problem hin, welches dermatologisch untersucht werden sollte. Vor allem, wenn es von heute auf morgen auftritt und dein Hund auch nachts nicht zur Ruhe kommt. Mehr über diese und andere Ursachen wirst du hier erfahren.

Hund leckt Pfote – Bedeutung und mögliche Ursachen

Mögliche Ursachen können Erkrankungen der Pfote oder Krallen sein, Allergien und Juckreiz, aber auch Verhaltensprobleme durch Angst, Stress und Langeweile können zu einem suchthaften Lecken und Benagen (Beknabbern) führen. Sogenannte Übersprunghandlungen können sich in einem übermäßigen Lecken der Pfoten oder auch anderer Körperregionen äußern.

In Stresssituation bereitet der Körper sich auf Fluch oder Kampf vor, Energien werden mobilisiert und der Körper gerät unter Spannung. Wenn diese Energie jedoch nicht gebraucht wird, kann sich dies in Übersprunghandlungen äußern. Dabei werden Handlungen aus dem normalen Pflege- oder Paarungsverhalten ausgeübt, zum Beispiel ein übermäßiges Belecken der Pfoten.

Es ist vergleichbar mit dem Nägelkauen oder Durch-die-Haare-fahren des Menschen, wenn er unter Stress gerät. So ein Lecken der Pfoten ist in einem gewissen Rahmen normal, deutet aber auf Stress für deinen Hund hin. Deswegen solltest du auch hier versuchen den Grund zu finden und abzustellen, oder deinem Hund eine Alternative zu bieten, der Stresssituation zu entgehen.

Oft kann man bei Hunden mit einer hellen Fellfarbe eine dunkle, rötliche Verfärbung durch den Speichel am Fell der Pfote erkennen. Da ein Vierbeiner uns nichts von seinem Leiden oder seinen Problemen erzählen kann, ist es wichtig, dass jeder Hundebesitzer stets auf die Körpersprache, Signale und auf das allgemeine Verhalten achtet.

Falls dein Vierbeiner trotz ausreichend Bewegung und Auslauf nicht aufhören kann seine Pfoten zu lecken und dies sogar nachts nicht nachlässt, dann solltest du dieses Verhalten keineswegs ignorieren, da Erkrankungen der Grund für ein ständiges Lecken der Pfoten sein können.

Da wir die psychischen Verhaltensprobleme wie Angst, Stress und Langeweile bereits angesprochen haben, werden hier hauptsächlich medizinische Erkrankungen aufgelistet. Es handelt sich hierbei um Beispiele. Für eine genaue Diagnose und Therapie solltest du unbedingt einen Tierarzt zurate ziehen. Wenn der Hund ständig und krankhaft seine Pfoten leckt, dann können folgende Erkrankungen verantwortlich sein:

1. Allergien

Auch Hunde können an bestimmten Allergien leiden. Vor allem Kontaktallergien lösen einen Juckreiz an den Pfoten eines Hundes aus. Dies führt wiederum zum ständigen lecken der Pfoten. Von einer Kontaktallergie spricht man, wenn Probleme nur an den Körperstellen auftreten, an denen ein direkter Kontakt mit dem Allergen stattgefunden hat. Allergene sind die Stoffe oder Substanzen, die eine allergische Reaktion auslösen.

Chemikalien aus Teppichreinigern oder Weichspülern, mit denen die Hundepfoten in Kontakt gekommen sind, können eine Allergie auslösen. Falls dein Hund, vor allem im Winter, ständig die Pfoten leckt, dann kann Streusalz für ein Brennen oder einen Juckreiz verantwortlich sein.

Auch andere Allergien, wie zum Beispiel eine Futtermittelallergie, können zu einem Juckreiz der Pfoten führen. Meist sind jedoch auch noch andere Regionen, oft die Ohren betroffen oder es gesellen sich noch andere Symptome hinzu.

2. Parasitenbefall mit Milben

Die Demodikose ist eine parasitäre Hauterkrankung bei Hunden, welche durch die Vermehrung von Demodexmilben hervorgerufen wird. Sie leben und vermehren sich hauptsächlich in den Haarfollikeln sowie Talg- und Schweißdrüsen und sind mithilfe einer mikroskopischen Untersuchung vom Tierarzt nachweisbar.

Durch die übermäßige Vermehrung der Demodexmilben kommt es oft zu kleinen Pusteln und Haarausfall an den betroffenen Stellen, zur Rötung der Haut, Schuppenbildung und starkem Juckreiz. Vereinzelt kann es zudem zu bakteriellen Sekundärinfektionen mit Pustel- Krusten und Geschwürbildung kommen.

Hautveränderungen beginnen typischerweise um die Augenpartie und den Vorderbeinen und können sich auf den gesamten Hund ausbreiten. Einige Hunderassen sind anfälliger für diese Erkrankung, Erkrankung als andere.

Erhöhtes Risiko besteht zum Beispiel bei Deutschen Schäferhunden oder beim West Highland Terrier. Cortison und Cortison haltige Salben können die Demodikose verschlimmern. Juckreiz und Haarausfall sollten daher immer von deinem Tierarzt abgeklärt werden.

Dem Hund verabreichtes Cortison kann ebenfalls eine Demodikose begünstigen. Gerade im Sommer könne auch die Grasmilben, welche, wie der Name schon vermuten lässt, insbesondere in Gräsern beheimatet sind, zu einem Juckreiz besonders der Pfoten führen.

Oft können diese, bzw. ihre Nissen schon mit bloßem Auge als kleine orangene Pünktchen an der Pfote gesehen werden. Auch andere Milben, wie zum Beispiel Sarkoptes und andere Ektoparasiten können zu Juckreiz an den Pfoten führen.

Meist sind jedoch auch andere Körperregionen betroffen und viele Erkrankungen haben ein ganz typisches Verteilungsmuster oder können unter dem Mikroskop oder in einer Blutuntersuchung leicht von deinem Tierarzt diagnostiziert werden.

Sekundärinfektionen können das Krankheitsbild jedoch schnell verändern und die Diagnose erschweren, sodass es sinnvoll ist, deinen Liebling frühzeitig bei Haut- und Fellveränderungen oder Juckreiz deinem Tierarzt vorzustellen.

3. Hautpilze (Malassezien Dermatitis)

Das Pfotenlecken beim Hund kann ein Indiz für bestimmte Hautpilze wie Hefe-, Faden- und Sprosspilze sein. Sie treten oft an den Pfoten sowie Gliedmaßen auf und können zu einer Infektion (Entzündung) führen, welche wiederum einen Juckreiz beim Hund hervorrufen kann. Bei chronischem Verlauf können auch schwere Hautveränderungen auftreten.

Zudem schädigen Hautpilze die Haarfollikeln und führen sehr oft zu einem kreisrunden Haarausfall und starker Hautrötung. Besonders empfänglich ist unter anderem der West Highland White Terrier, Shih Tzu, Labrador Retriever und Deutscher Schäferhund. Der Tierarzt kann eine Pilzerkrankung diagnostizieren und dich über eine entsprechende Therapie beraten.

Beachte bitte, dass Hautpilze (Dermatophyten) ansteckend für Mensch und Tier sind. Bei einer Pilzerkrankung müssen alle empfänglichen Kontakttiere sowie die Umgebung ebenfalls behandelt werden. Da Pilze sehr widerstandsfähig sind, sollte die Behandlung immer über das Verschwinden der Hautveränderungen hinaus durchgeführt werden und kann sehr langwierig werden.

4. Zwischenzehenabszesse (Pododermatitis)

Bei Zwischenzehenabszessen handelt es sich um Entzündungen der Zwischenzehenhäute. Diese Erkrankung kann durch verschiedene Ursachen hervorgerufen werden, meistens sind eher die Vorderpfoten betroffen, wobei auch alle Pfoten befallen sein können. Probleme mit den Pfoten, wie zum Beispiel Plattfüße, können Haarschäfte in tiefere Hautschichten eindringen und Fremdkörperreaktion verursachen.

Aber auch Umwelteinflüsse und andere Faktoren wie Kälte, Salz und selbst Allergien wie die Futtermittelallergie können die Zwischenzehenhäute reizen und so Entzündungen an den Pfoten verursachen. Juckreiz, haarlose und geschwollene Zwischenzehenhäute, Bläschen, Abszesse und Hautrötungen sind die Folgen.

Diese sind wiederum schmerzhaft für den Hund und können ein ständiges Belecken der Pfoten zur Folge haben. Behandelt werden Zwischenzehenabzesse mit Antibiotika, Salben und Bädern. In chronischen Fällen kann sogar eine Operation nötig werden.

5. Krallenbruch beim Hund

Durch ein Trauma oder Unfall können die Krallen des Hundes brechen oder abreißen. Dabei muss es nicht immer zu Blutungen kommen, somit werden Verletzungen an den Krallen oft von Hundebesitzern übersehen.

Diese sind natürlich schmerzhaft für das Tier und können sich zudem auch entzünden, wenn sie unbehandelt bleiben. Der Hund leckt die Pfote ständig, weil sie ihm Schmerzen bereitet. Oft ist auch ein Humpeln ein eindeutiges Indiz dafür, dass etwas mit einer Pfote nicht stimmt und schmerzhaft ist.

Bei Verdacht auf einen Krallenbruch oder Krallenabriss sollte stets ein Tierarzt aufgesucht werden, damit die Wunde behandelt werden kann. Meistens wird diese dann gesäubert und eventuell verbunden, um Entzündungen zu vermeiden.

Krallenreste sollten gezogen werden, um ein gesundes Nachwachsen zu ermöglichen und den Schmerz durch Bewegungen der losen Hornreste zu eliminieren. Den meisten Hunden geht es nach Entfernung der gerissenen Krallenteile schon deutlich besser.

Falls der Hund trotzdem noch Schmerzen hat, kann auch ein Schmerzmittel durch den Tierarzt verabreicht werden. Blutende Krallenverletzungen sehen meist sehr dramatisch aus, weil Blut stark färbt und der Hund sich bewegt und damit das Blut überall verteilt.

Diese Verletzungen sind aber nicht bedrohlich und der Hund verliert meist nur wenige ml Blut. Ein Verband ist dennoch sinnvoll, um ein Eindringen von Keimen zu verhindern, die Kralle ruhig zu stellen und somit den Schmerz zu mindern und um die Umgebung vor Verschmutzung zu schützen.

6. Fremdkörper

Falls das Pfotenlecken beim Hund akut nur an einer Pfote auftritt, dann sollte stets auch an einen Fremdkörper gedacht werden. Eine Getreidegranne, vor allem im Sommer, kann sich schnell in eine Hundepfote bohren und dem Hund starke Schmerzen bereiten.

Aber auch Nadeln, kleine Nägel, Glasscherben und andere spitze Gegenstände können in eine Pfote eingedrungen sein. Besonders bei langhaarigen Hunderassen sollte nach Spaziergängen durch Wiesen und Felder die Pfote bzw. alle Pfoten auf Fremdkörper untersucht werden.

Falls dein Hund also nur speziell eine Pfote leckt, dann solltest du diese gründlich auf Fremdkörper untersuchen und gegebenenfalls einen Tierarzt aufsuchen, da sie oft nur chirurgisch entfernt werden können. Mit einem Verband oder Halskragen kannst du verhindern, dass der Hund ständig die betroffene Pfote leckt.

7. Was kann noch dahinterstecken?

Einige systemische Erkrankungen können eine Veränderung der Krallen oder der Haut beinhalten und so zu einem verstärkten Lecken der Pfoten führen. Arthrosen können ebenfalls zu einem verstärkten Belecken der schmerzenden Gelenke führen.

Wir Menschen reiben oft scherzende Gelenke, um Mechanorezeptoren zu aktivieren und den Schmerz so zu überschreiben, Tieren fehlen die Hände, sie helfen sich daher oft mit Lecken dieser schmerzenden Stellen. Ein übermäßiges oder abnormes Wachstum der Krallen kann auf Leishmaniose hindeuten, welche auch auf den Menschen übertragbar ist.

Veränderungen am Übergang der Ballenhaut zur restlichen Haut könnte auf Autoimmunerkrankungen hindeuten und Ballenhornveränderungen auf bestimmte Virusinfektion, welche auch schon länger zurückliegen können. Durch die vielfältigen Ursachen und schnellen Veränderungen der primären Symptome kann die Ursachenfindung und Therapie in der Dermatologie daher oft langwierig und aufwendig werden.

Fazit zu Hund leckt Pfote

Das Belecken der Pfoten deines Hundes kann eine ganz normale Fellpflege oder eine Angewohnheit sein, aber auch das Symptom einer Erkrankung darstellen. Um eine schnelle Diagnose und damit schnelle Erleichterung für deinen Hund zu schaffen, solltest du den Tierarztbesuch nicht allzu lange aufschieben. Die ursprüngliche Ursache kann schnell durch Sekundärinfektionen überlagert sein und die Diagnosestellung und auch die Therapie verkomplizieren. Dieser Text wurde von Tierärztin Dr. Berit Ullmann überarbeitet.

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2 thoughts on “7 mögliche Gründe für ständiges Pfotenlecken bei Hunden”

  1. Mein Hund ein Yorky leckt ständig die Pfoten, aber auch Möbel u.s.w. auch Nachts.
    Sie hat seit Jahren ununterbrochen Augenfluß mit Schleim und die Augen verkleben.
    Seit Jahren trotz Behandlung keine Besserung, was mir selbst weh tut. Behandle sie seit
    kurzen Zeit mit DMSO und kollodiales Silberwasser, anschließen Augentropfen. Sie geht mit den Pfoten über die Augen und leckt dann die Pfoten. Wie kann ich ihr helfen ??
    Meine eigene Behandlung ist aber eher wirksam ….Gibt es ein Mittel um das Verkleben der Augen mildern zu können ??
    Freundliche Grüße
    Sigrid Bramkamp

  2. Hallo liebe Sigrid,

    entschuldige bitte die späte Rückmeldung. Wir würden Dir und Deinem Vierbeiner sehr gerne helfen, doch aus der Ferne ist dies nicht möglich. Verwendest Du eventuell irgendwelche Reiniger oder Pflegemittel in der Wohnung, die Dein Hund anschließend ableckt? Wurde bereits ein Allergietest durchgeführt? Auch bezüglich der Augen und dem Augenausfluss können wir Dir nur raten, einen Tierarzt aufzusuchen. Eine falsche Behandlung kann das Problem nur verschlimmern und es drohen weitere Verletzungen der Augen. Ist ein Auge betroffen oder tritt das Problem an beiden Augen gleich auf? Ist der Augenausfluss klar oder eitrig? Sind die Lider oder Lidbindehäute geschwollen? Blinzelt Dein Yorky deswegen auch? Dies würde auf eine Bindehautentzündung deuten. Aber wie bereits erwähnt, nur ein Tierarzt kann Dir und Deinem Hund hier helfen. Vielleicht solltest Du einen anderen Tierarzt aufsuchen, um Dir eine dritte Meinung einzuholen.

    Alles Gute und liebe Grüße.

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