Wurmkur bei Katzen: Unsere Tierärztin erklärt

Unsere Hauskatzen leben in einem sehr engen Verhältnis mit uns. Oft teilen wir sogar unser Bett mit ihnen. Bereitwillig entfernen wir täglich ihre Hinterlassenschaften mit derselben Hingabe, wie wir unseren Kindern die Windeln wechseln. Leider vergessen wir dabei aber gerne, dass unsere Katzen gerade durch unseren engen Kontakt auch Krankheiten auf uns Menschen übertragen können. Würmer zum Beispiel.

Alleine aus diesem Grund sollte sich jeder Katzenhalter mit dem Thema Wurmkur bei der Katze gründlich auseinandersetzen. Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten und Behandlungsschemen. Die Untersuchung von Kotproben kann wichtige Informationen liefern. Wie du dich dem kontrovers diskutierten Thema Wurmkur bei Katzen am besten näherst und was du grundsätzlich über Würmer bei der Katze wissen solltest, erfährst du im nachfolgenden Artikel.

Wie erkenne ich einen Wurmbefall bei Katzen?

Es liegt ein eindeutiger Wurmbefall bei deiner Katze vor, wenn du Würmer sehen kannst. Zum Beispiel kleine weiße Reiskörner, die deiner Katze am Po kleben. Das sind eingetrocknete Bandwurmglieder, sogenannte Bandwurm-Proglottiden. Sie stellen das Eipaket des Bandwurms dar.

So eine Proglottide kann je nach Art 15.000-100.000 Bandwurmeier enthalten! Der erwachsene Wurm verbleibt dabei in der Katze, nur die Proglottiden werden ausgeschieden. Diese können, bevor sie getrocknet sind, auch wie ein kleines zu matschig gekochtes Reiskorn aussehen und sich bewegen.

Gar nicht so selten erbrechen Katzen Würmer, vor allem bei hochgradiger Verwurmung. Auch im Kot kann man manchmal Würmer entdecken, welche wie lange Spaghetti oder Bandnudeln aussehen können. Ebenso die oben erwähnten Reiskörner kann man im Kot finden.

Doch nur, weil du keine Würmer sehen kannst, heißt das nicht, dass keine Würmer da sind. Häufig werden nur die Eier mit dem Kot ausgeschieden, diese können nur nach vorheriger Probenaufbereitung im Mikroskop sichtbar gemacht werden. Außerdem werden nicht mit jedem Kotabsatz Wurmeier ausgeschieden.

Kotproben sollten daher über mehrere Tage gesammelt werden. Bei Katzenwelpen sieht man häufig den sogenannten „Wurmbauch“. Ein geblähtes und oft schmerzhaftes Abdomen bei kleinen Kitten, gerne begleitet von Durchfall und fehlender Gewichtszunahme. Auch Würgen und weißschaumiges Erbrechen kann ein Hinweis auf Würmer bei der Katze sein.

Bei chronischem Wurmbefall kommt es zur Abmagerung und stumpfem Fell. Auch sehe ich bei starker Verwurmung immer mal wieder den Vorfall der dritten Augenlider der Katze (im Fachjargon als Nickhautvorfall bezeichnet). Manche Katzen zeigen auch eine Fressunlust und oder blutig- schleimigen Durchfall.

Analer Juckreiz kann auch beobachtet werden (übrigens ebenso bei befallenen Menschen). Im Blutbefund kann bei einer verwurmten Katze Blutarmut auffallen, auch Proteinmangel und starker Wasserverlust können festgestellt werden. Eine gefährliche Komplikation bei Wurmbefall kann Verstopfung sein, im schlimmsten Fall kann durch ein „Wurmknäul“ im Darm ein Verschluss verursacht werden. So ein Wurmmileus kann zu Kreislaufversagen und oder Darmruptur führen. Unbehandelt ein Todesurteil für betroffene Miezen!

Welche Würmer können Katzen befallen?

Das ist von unterschiedlichen Faktoren abhängig. Hier spielen beispielsweise die geografische Lage und damit verbundene klimatische Bedingungen eine Rolle (Jahreszeiten). Aber natürlich haben die Lebens- und Fressgewohnheiten deiner Katze einen sehr großen Einfluss darauf, mit welchen Würmern sie sich infizieren kann. Der erfolgreich Mäuse jagende Freigänger ist hier sicher gefährdeter, als das reine Stubenkätzchen.

Wie stecken sich Katzen mit Würmern an?

Parasiten sind faszinierende Kreaturen, das möchte ich einmal loswerden. Sie sind perfekt an ihre Umwelt und Wirte angepasst. Jeder Darmparasit hat seinen eigenen und durchdachten Lebenszyklus. Anhand der Spulwurminfektion möchte ich dir diesen vereinfacht etwas näherbringen: Von einem befallenen Tier werden Eier ausgeschieden, diese reifen in der Natur zum infektiösen Stadium heran. Diese werden von einem Zwischenwirt (Maus/Vogel) mit der Nahrung oder sich putzen aufgenommen.

Frisst nun eine Katze ein infiziertes Tier, hat es der Wurm in seinen Endwirt geschafft. Aus dem verschluckten Ei schlüpft im Darm der Katze eine Larve. Jetzt wird es so richtig spannend! Die Larve beginnt mit der Körperwanderung. Dafür bohrt sie sich durch die Darmwand der Katze und bricht ins Blutsystem ein und von hier aus führt die Larve ihr Weg in die Lunge.

Dort löst ihre Anwesenheit Husten aus. Die Larve wird mit hoch gehustet und danach abgeschluckt. So gelangt diese in den Dünndarm, wo sie zu einem erwachsenen Wurm heranreift und mit der Fortpflanzung beginnt. Wieder finden Eier ihren Weg in die Umwelt. Der Kreislauf beginnt von neuem.

Würmer können sich aber auch „in die Organe des Tieres zurückziehen“ und dort in eine Art Winterschlaf verfallen. Dort warten sie zum Beispiel darauf, dass die Katze trächtig wird. So können sich Kitten beispielsweise schon über die Milch bei ihrer Mutter mit Spulwürmern anstecken (galaktogener Infektonsweg) oder indem sie infektiöse Wurmeier aus der Umwelt oral aufnehmen.

Durch „sich putzen“ beispielsweise. Solche infektiöse Eipakete kannst du übrigens mit den Schuhen oder der Kleidung nach Hause tragen. Nicht alleine durch diesen genialen Mechanismus ist die Spulwurmerkrankung die häufigste Endoparasitose, (also Parsitenerkrankung im Darm oder anderen Geweben leben) bei Katzen in Deutschland und Österreich.

Allgemein sind rund 24 Prozent unserer Hauskatzen mit Endoparasiten befallen. Also beinahe ein Viertel aller Katzen und rund 26 Prozent dieser Endoparasiten sind Spulwürmer.

Flöhe

katze hat flöhe juckreiz
Katze hat Flöhe – Bild: julia-kobzeva/@shutterstock.com

Sogar über Flöhe können sich Katzen mit Würmern infizieren! Faszinierend oder? Der Floh ist hier quasi das Taxi des Wurms zur Katze. Ein sogenannter Zwischenwirt. Schluckt die Katze im Rahmen der Fellpflege einen Floh, hat es der Bandwurm in seinen Endwirt geschafft und macht es sich im Dünndarm der Katze gemütlich.

Hier beginnt er mit der Vermehrung und schickt sehr widerstandsfähige Eipakete auf die Reise. Diese Proglottiden kannst du dann als kleines Reiskorn um den After deiner Katze finden. Der erwachsene Wurm selbst bleibt bis zu seinem Tod in der Katze.

Würmer durch rohes Fleisch

Auch durch den Verzehr von rohem Fleisch (BARF-Fütterung) kann sich eine Katze mit Bandwürmern infizieren. Denn vor allem in Innereien, wie Lunge und Leber, ab auch im Muskelfleisch können die infektiösen Bandwurmfinnen lauern (Tipp: Durch gutes Durchbraten wären solche Infektionen leicht zu verhindern).

Ebenso können sich unsere Hauskatzen mit Haken, Peitschenwürmern sowie Lungenwürmern infizieren. Diese schlauen Parasiten finden ihren Weg wieder über einen Zwischenwirt in unsere Katzen. In dem Fall handelt es sich bei dem (Wurm)Taxi um eine Schnecke.

Die Schnecke selbst hat sich beim Überkriechen von infektiösen Wurmlarven angesteckt. Frisst nun ein Vogel, eine Eidechse, oder eine Maus diese Schnecke, ist sie ebenfalls infiziert. Und du ahnst es schon, wenn deine Katze nur so ein infiziertes Tierchen fängt, hat sie sich auch Lungenwürmer eingefangen (Manche Katzen verspeisen auch direkt die infizierten Schnecken).

Wurmkur bei Katzen – Die geografische Lage

Da, wie bereits erwähnt, viele Wurmerkrankungen vor allem auch von der geographischen Lage beeinflusst werden, solltest du dich nochmal genau für deine Region informieren. Denn bereits in Italien oder Kroatien kommen weitere relevante Wurmerkrankungen hinzu, wie beispielsweise der Herzwurm. Bitte denke auch bei Urlauben mit deinem Tier daran, dich über die notwendige Parasitenprophylaxe zu informieren.

Auch für Menschen gefährliche Würmer

Eine weitere gefürchtete Wurmerkrankung, die nicht nur Katzen, sondern leider auch Menschen betrifft, ist die Echinokokkose. Vor allem Süddeutschland gilt als Risikogebiet. Die Erkrankung wird durch den Fuchs oder auch Katzenbandwurm ausgelöst. Gefürchtet deswegen, da ein erkrankter Mensch an ihr sterben kann.

Meine Oma wusste das „damals“ noch gut! Sie hat uns Kinder im Wald immer darauf hingewiesen, gesammelte Beeren niemals ungewaschen zu essen. Im Studium wurde mir die Tragweite dieser kleinen Regel bewusst. Es ging um die Vermeidung einer lebensgefährlichen Infektion.

Die Beeren hätten durch den Kot von erkrankten Tieren mit gefährlichen Eipaketen verschmutzt sein können. Auch unsere Katzen können diesen Wurm in sich tragen und die Krankheit auf uns Menschen übertragen! Was ich dir mit dieser Anekdote sagen möchte, ist, dass „früher“ die mögliche Gefahr, sich ein Wurm einzufangen, den Menschen noch sehr bewusst war.

Auch die damit verbundenen Folgen. Heute, so scheint es mir, gehen viele Leute zu sorglos mit diesem Thema um. Wie bereits erwähnt, eine von 4 Katzen ist mit Darmparasiten infiziert, welche auch für Menschen gefährlich sind!

Was sind die Symptome und Auswirkungen?

Wir haben schon einiges über den Lebenszyklus von Parasiten gelernt. Wenn man weiß, wo sich die Würmer in der Katze so rumtreiben, werden die Probleme, die Katzen dadurch bekommen, verständlich. Ein kleines Kitten, das sich bereits über die Milch mit einem Spulwurm angesteckt hat, kämpft quasi vom ersten Lebenstag gegen seine Würmer.

Durch die Schädigung des Darms können Nährstoffe schlechter vom Körper aufgenommen werden. Es kommt zu Mangelerscheinungen, die zu Wachstumsstörungen führen. Bei erwachsenen Katzen verliert das Fell seinen Glanz, es wird stumpf und struppig. Das Kätzchen schafft es nur schwer an Gewicht zuzulegen.

Erwachsenen Katzen verlieren an Gewicht. Wird nicht entwurmt schädigen die Würmer die Darmwand massiv, es kommt es zu Entzündungen und (blutigem) Durchfall. Dadurch verliert der Katzenkörper viel Flüssigkeit, Dehydratation ist die Folge. Außerdem haben betroffene Tiere Bauchschmerzen und Blähungen („Wurmbauch“).

Lungenwürmer hingegen richten Schaden in den Atemwegen an, die Tier leiden unter chronischem Husten. Außerdem kommt es zu unangenehmen Nasen und Augenausfluss. Die Tiere bekommen nicht gut Luft. Es geht weiter auf der nächsten Seite.

Wie oft muss eine Katze entwurmt werden?

Es wird hier sehr individuell auf die jeweilige Situation eingegangen. Faktoren wie Freigang, Auslandsaufenthalt, Fütterung und Alter (um ein paar zu nennen) spielen hier eine wichtige Rolle. Pauschal gilt jedoch die Empfehlung, Freigänger, vor allem wenn Kinder mit im Haushalt wohnen, monatlich zu entwurmen. Mindestens jedoch vierteljährlich. Hierfür möchte ich dich auf die Seite ESCCAP verweisen. Dort kannst du einen „Entwurmungstest“ für deine Katze machen.

Die einmal jährliche „Entwurmung zur Impfung“ sehe ich sehr kritisch. In Untersuchungen der Universität Hannover wurde gezeigt, dass erst ab einem Entwurmungsintervall von 3-4x jährlich der Anteil an Spulwurmerkrankungen sinkt. Trotzdem möchte ich hier noch kurz darüber aufklären, dass eine Entwurmung nur in dem Moment, indem sie gegeben wird wirkt.

Anders als bei Floh- und Zeckenschutz beispielsweise kann man nicht „prophylaktisch entwurmen“. Da der Entwicklungszyklus der Parasiten jedoch so kompliziert ist, sind regelmäßige Entwurmungen notwendig, um diesen Kreislauf sicher zu unterbrechen. Moderne neue Produkte mit „reach forward effect“ für Herzwürmer sind jedoch schon am Markt. Diese wirken 8 Wochen vorbeugend gegen eine Herzwurmerkrankung.

Wie kann ich meine Katzen entwurmen?

Hier kann man aus einer Vielzahl von Produkten wählen. Es sollte wirklich für jede Samtpfote was Passendes dabei sein. Es gibt klassische Tabletten (Breitspektrumentwurmer) für Kitten, Katzen unter und über 4 kg. Auch orale Pasten, die zum Beispiel an 3 aufeinanderfolgenden Tagen verabreicht werden müssen, sind erhältlich.

Etwas neuer sind die Spot Ons, die wie Floh und Zeckenschutz ins Genick getropft werden. Hier sind auch Kombinationspräparate erhältlich. Sie wirken nicht nur gegen einen Wurmbefall, sondern können je nach Präparat zusätzlich auch gegen Milben, Flöhe, Zecken und Haarlinge wirken. Tierärzten/innen stehen auch Injektionspräparate zur Verfügung.

Da Wirkstoffe je nach Indikation auch gewechselt werden sollen, empfiehlt es sich mit seinem Tierarzt/ seiner Tierärztin regelmäßig darüber zu sprechen. Man kann hier sehr individuell auf die jeweilige Katze und ihre Lebenssituation eingehen. So kann auch für Magen- Darm sensible Patienten oder Allergiker ein passendes Mittel gefunden werden.

Wie viel kostet eine Wurmkur für Katzen?

Die Wurmkur selbst ist relativ kostengünstig. Du kannst für eine Tablette eines Breitspektrumentwurmers mit ca. 8 € pro Tablette rechnen. Etwas teurer sind die modernen Spot Ons. Sie haben aber den Vorteil, nicht verschluckt werden zu müssen, sondern können ganz praktisch ins Genick aufgetragen werden (hier kann man mit 15–20 € pro Tier rechnen).

Auch bei den Entwurmungspasten bewegen wir uns in dieser Preisklasse. Beachte jedoch, dass Entwurmungspasten, wie zum Beispiel Panacur, in manchen Gebieten leider schon unwirksam sind. Für Katzen mit Magen/Darm Problemen empfiehlt sich die Spot On Methode. Allergiker mit Hautproblemen nehmen besser Tabletten ein.

Doch muss hier unbedingt erwähnt werden, dass die tierärztliche Hausapotheke nur Abgaben im Rahmen einer tierärztlichen Behandlung erlaubt. Sprich, grundsätzlich muss eine Untersuchung stattfinden. Zum Beispiel eine Kotuntersuchung oder der letzte Besuch sollte nicht länger als 3 Monate her sein. Im Rahmen der Untersuchung kann dein Tier auch mittels Injektion entwurmt werden. Diese zusätzlichen Kosten solltest du unbedingt bedenken.

Gibt es Nebenwirkungen?

Nebenwirkungen sind zum Glück selten. Vor allem, wenn man auf eine genaue Dosierung achtet. Dafür musst du das genaue Körpergewicht deiner Katze ermitteln. Dafür stellst du dich am besten einmal mit und einmal ohne Katze auf die Waage und ermittelst die Differenz.

Auch im Rahmen der jährlichen Gesundheitsuntersuchung beim Tierarzt, bei der Tierärztin wird deine Katze gewogen. Trotzdem kann es nach Entwurmungen zu Magen-Darm-Symptomen kommen. Nach meiner Erfahrung als Tierärztin vor allem bei Katzen, die an einem starken Wurmbefall leiden.

Durch das Absterben der Würmer kann es zu Durchfall und Erbrechen kommen. Ebenfalls bekannte, aber zum Glück seltene Nebenwirkungen sind Abgeschlagenheit und neurologische Symptome, wie Muskelzittern und ein unsicherer Gang. Grundsätzlich halten diese Nebenwirkungen aber nicht lange an.

Bei Spot Ons und Injektionen kann es zu lokalen Reaktionen kommen. Darum versuche ich bei Tieren, die unter Hautproblemen leiden, keine Spot Ons zu verwenden und bei Tieren mit Magen-Darmerkrankungen keine Tabletten oder Pasten einzugeben. Ist bekannt, dass die Katze auf Injektionen mit Schmerz und Schwellung reagieren, versuche ich diese zu vermeiden.

Ebenfalls erwähnen möchte ich, dass solche Nebenwirkungen gegebenenfalls behandelt werden können. Sollte deine Katze beispielsweise mit starkem Juckreiz auf eine Spot On Gabe reagieren, sollte man die betroffenen Hautstellen gut abwaschen und eventuell die Haare abrasieren. Falls nötig kann dein Tierarzt/ deine Tierärztin Medikamente gegen den Juckreiz verschreiben.

Für die nächste Entwurmung empfiehlt es sich eine Tablette und/ oder einen anderen Wirkstoff zu verwenden. In diesem Zusammenhang möchte ich jedoch sagen, dass ich diese Hautreaktionen vor allem nach dem Auftragen von ätherischen Ölen gesehen habe. Denn für Katzen sind viele Duftöle gesundheitsschädigend. (Teebaum- oder Eukalyptus-Öl beispielsweise).

Wann müssen kleine Katzen (Kitten) entwurmt werden?

Leider können sich Katzenwelpen bereits durch Muttermilch mit Würmern bei ihrer Mutter anstecken. Je nach Wirkstoff und Präparat (zum Glück stehen uns hier sehr gut verträgliche zur Verfügung) kann man ab dem 10ten Lebenstag eine Behandlung beginnen.

Die Behandlung sollte alle 2 Wochen wiederholt werden und im Idealfall bis zum Entwöhnen der Kätzchen weitergeführt werden, da Wurmlarven direkt in der Milchdrüse sitzen. Es empfiehlt sich, die säugende Mutter gleichzeitig zu behandeln. Hier möchte ich unbedingt darauf hinweisen, dass bei so jungen Katzen eine Kotprobe nicht ausreicht, um den Entwurmungsbedarf zu ermitteln!

Es kommt nämlich schon zu Schäden und gefährlichen Symptomen, bevor Wurmeier im Kot zu finden sind. Und zwar in beeindruckender Anzahl! Es wurden bei 3 Wochen alten Kitten über 50 000 Eier pro Gramm Kot gemessen. (Bitte informiere dich hier unter dem Thema „Präpatenz bei Würmern“)

Kann man von Katzen Würmer bekommen?

Ja! Und hier sollte auch klar erwähnt werden, dass eine regelmäßige Entwurmung deiner Katze auch deiner eigenen Sicherheit dient. Denn solche Infektionen sind sogar häufiger, als man glauben möchte. Vor allem die Gruppe der „YOPI‘s“ sind besonders gefährdet. „YOPI“ steht für Young (Jung), Old (Alt), Pregnant (Schwanger), Immunosuppressed (Immunsupprimiert).

Der Mensch ist ein Fehlwirt für die Würmer unserer Katze, sie können sich also im menschlichen Körper nicht vermehren. Das hält sie jedoch nicht davon ab, durch ihre Wanderung durch Organe beträchtlichen Schaden im menschlichen Körper anzurichten. Die Ansteckung erfolgt meistens über eine sogenannte Schmierinfektion.

Man streichelt zum Beispiel eine wurmbefallene Katze und verschmutzt sich dabei mit einem unsichtbaren Eipaket. Danach fährt man sich unbedacht ins Gesicht oder isst einen Apfel und verschluckt so die Eier. Kinder stecken sich oft in der Sandkiste durch kontaminierte Erde an.

Denn Freigängerkatzen missbrauchen Sandkästen gerne als Katzentoiletten. Die gefährlichste Zoonose (vom Tier auf den Menschen übertragene Krankheit) ist die Echinokokkose. Diese für den Menschen lebensbedrohliche Erkrankung wird vom dreigliedrigen Fuchs- und Katzenbandwurm ausgelöst (Echinococcus multilocularis). Jährlich erkranken in Deutschland ca. 17 Menschen, die Dunkelziffer wird deutlich höher vermutet.

Hier setzen sich die durch Schmierinfektionen übertragenen Parasiten in Leber, Lunge Milz, Galle und leider auch dem Gehirn fest und können sich über die Lymphe verbreiten. Die Erkrankung gleicht einer bösartigen Tumorerkrankung und führt unbehandelt zum Tod. Aber auch mit (frühzeitigem) Behandlungsbeginn kann eine lebenslange Therapie nötig sein.

Soll man eine trächtige Katze entwurmen?

Hier möchte ich vorausschicken, dass die Übertragungswege von Muttertieren auf ihr Welpen bei der Katze weniger gut erforscht sind, wie beispielsweise beim Hund. Sichere Daten dazu gibt es hier für den Katzenspulwurm, dieser wird eindeutig über die Milch auf junge Kätzchen übertragen, jedoch konnte keine Übertragung bereits im Mutterleib nachgewiesen werden.

Beim Hund weiß man, dass eine Übertragung bereits vor der Geburt stattfindet. Ich rate bei trächtigen Katzen das Gespräch mit deinem Tierarzt/ deiner Tierärztin zu suchen. Es gibt Fälle, wo die Entwurmung einer trächtigen Katze anzuraten ist.

Wann zum Tierarzt?

katze beim tierarzt
Beim Tierarzt – brodtcast/shutterstock.com

Solltest du einen Wurmbefall bei deiner Katze vermuten, empfiehlt es sich eigentlich immer mit deiner Tierärztin Kontakt aufzunehmen. Es wär alleine schon eine richtige Bestimmung der Parasiten interessant. Somit solltest du „auffällige Hinterlassenschaften“ oder „eingesammelte Reiskörner“ vom Popo deiner Katze einem Tierarzt/ einer Tierärztin zur Ansicht bringen.

Auch Fotos können hilfreich sein. Je nach Diagnose können unterschiedliche Wirkstoffe in unterschiedlichen Behandlungsintervallen zum Einsatz kommen. Deine Katze selbst solltest du spätestens dann vorstellen, wenn ihr Allgemeinbefinden gestört ist.

Ist eine Kotuntersuchung bei Wurmbefall sinnvoll?

An sich keine schlechte Sache! In Kombination mit Beratung und Behandlung eine tolle Ergänzung diagnostischer Möglichkeiten. Bedacht werden muss aber einerseits, dass schon eine Wurminfektion stattgefunden haben kann und aufgrund des komplizierten Lebenszyklus des Wurms, noch keine Eier im Kot nachweisbar sind (Präpatenz).

Andererseits, dass das alleinige Parasitenmanagement einer mäusefangenden Freigängerkatze mittels Kotprobe sehr zeitaufwendig und teuer ist. Denn hier müsste man als Besitzer jeden Monat über mehrere Tage Kot sammeln und ihn zur Analyse bringen.

Praktisch nicht mal für mich als Tierärztin machbar. Willst du wissen, wie ich das Dilemma für mich gelöst habe? Ich entwurme je nach Risikoabwägung regelmäßig und fertige mindestens 2 Kotproben jährlich von jedem Tier an.

Kann man Würmer bei Katzen natürlich behandeln?

Leider haben die Naturmittel in den Tests keine Wirkung gezeigt. Immerhin muss der Wurm ja getötet werden (sagen wir es wie es ist), da kann ein Hausmittel alleine einfach nicht reichen. Was du aber auf jeden Fall unterstützend für deine Katze bei Wurmbefall tun kannst, ist das Immunsystem zu unterstützen.

Auch eine hochwertige Ernährung unterstützt den Katzenkörper dabei schnell wieder auf die Beine zu kommen. Bei Magen Darm Problemen durch die Würmer kannst du mit Schonkost und Futterzellulose unterstützen. Ich empfehle dir hier unseren Artikel Durchfall bei der Katze oder Erbrechen bei der Katze.

Fazit zu Wurmbefall und Wurmkur bei Katzen

Eine von vier Katzen leidet an Endoparasiten. Würmer sind geschickte Gesellen und lassen sich nicht so einfach loswerden. Kätzchen können sich schon mit der Muttermilch anstecken. Durch kontaminierte Schuhe oder Kleidung können sich auch Wohnungskatzen anstecken, darum sollten alle Katzen regelmäßig entwurmt werden. Wie oft muss individuell festgelegt werden, am besten machst du den ESCCAP Test dafür. Nicht vergessen darf man, dass Katzen Würmer auch auf uns Menschen übertragen können.

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